Sly is back.... ....und wie!
Nach anfänglichen Zweifeln stand schon nach Ansicht der ersten Trailer fest: hier kommt ein straighter, knallharter Actioner der alten Garnitur auf uns zu: kein Effektgewitter wie beispielsweise bei STIRB LANGSAM 4.0, sondern ein Back-to-the-roots wie weiland in den 80ern.
Gleichwohl wie im letzten Jahr mit ROCKY BALBOA besinnt sich Sylvester Stallone auf die zweite Filmfigur, die ihn berühmt gemacht hat und versucht nicht, etwas an ihrem - zugegeben eher zweifelhaften - moralischen Charakter zu ändern, sondern entwickelt diesen recht glaubhaft weiter!
Ich möchte jetzt nicht näher auf den Inhalt eingegen, denn dieser ist nur eine Rahmenbedingung für die gut dosierten Actionszenen.
Was auffällt: dieser Rambo ist der brutalste, der jemals das Licht der Leinwand erblickt hat, seine Gegner die menschenverachtensten Bestien, die man sich vorstellen kann.
Einem Novum gleich schon die unzähligen Greultaten an Kindern (einige werden in Nahaufnahme erschossen, ein Baby wird ins Feuer geworfen). So etwas ist in Hollywood nahezu unmöglich zu zeigen, hier hat der Film Grenzen ausgelotet.
So werden wir Zuschauer auch mit dem Holzhammer moralisch darauf vorbereitet, das die nachfolgenden Tötungen in ihrer Grausamkeit berechtigt sind: hier werden die Guerillas nicht nur getötet, sondern gleichsam abgeschlachtet. Selten sah man in einem Big-Budget-Film so gewaltätige Tötungen (Es werden Gliedmaße abgeschossen, Schädel weggeballert, Soldaten mit einer 22mm-Kanone aus einem Meter Entfernung pulverisiert, der Oberbösewicht wird gleichsam ausgeweidet).
Dies alles hört sich jetzt vielleicht nicht so vielversprechend an, aber:
Dieser Rambo wird der Romanfigur von David Morrell gerecht (auch dort in Morrells Debüt aus dem Jahr 1972 ist Rambo ein psychopathischer Killer) und letztendlich wird hier eine bestimmte Zielgruppe angesprochen: die der aufgeklärten, filmerfahrenen Actionfans, die mit RAMBO aufgewachsen sind!
Diese werden befriedigt, bekommen das Futter, das sie erwarten (inkl. gängige One-Liner wie "War is in my blood" oder "Killing is easier than breathing" oder auch "Live for nothing or die for something") und gehen mit guter Laune wieder aus dem Kino!
Denn, liebe Kritiker: dieser Streifen will nicht aufklären (naja, vielleicht ein bisschen), will keine Stellung beziehen; sondern reduziert sich auf das was er sein will: "Mindless-Entertainment", modisch brutal aufgemotzt, ohne Schnickschnack!
Das ist ihm gelungen!
Ach so, ich habe den Film in einer Vorpremiere gesehen, ob all dies, was ich so auf der Leinwand sah, es auch in die deutschen Kinos schafft, gilt zu bezweifeln. Aber.....in den USA hat JOHN RAMBO ein R-rated bekommen! Ungekürzt!
(Bewertung: 7 / 10 )