Manch einer hat lange darauf gewartet – ich nicht unbedingt, aber nichts destrotz hat nun einer der besten Actionfilme der 80er und überhaupt seinen vierten Teil spendiert bekommen.
Ich rede natürlich von Rambo, der Anfang der 80er Jahre in die Kinos kam und einen desillusionierten Vietnamkriegsveteranen zum Helden hatte, der eigentlich nicht mehr kämpfen und töten will, durch einen rechthaberischen Sheriff aber wieder dazu gezwungen wird.Der Film über die einsilbige Ein-Mann-Armee wurde ein Riesenhit und machte seinen Hauptdarsteller Sylvester Stallone zu einem der gefragtesten und beliebtesten Action-Darsteller der damaligen Zeit.
Natürlich ging auch hier alles den gewohnten Gang, was bedeutete, daß dem gelungenen Erstling zwei mehr als mäßige, dafür aber umso blutrünstige Fortsetzungen folgten. Damit schien denn auch das Ende der filmischen Fahnenstange erreicht. Rambo schien filmische Geschichte zu sein. Allerdings nur bis zum Frühjahr des Jahres 2007!
Zu der Zeit weilte in nämlich gerade in Thailand und las in der Bangkok Post, daß Stallone und Crew einige Tage nach mir in Bangkok eingetroffen waren um eine Fortsetzung von Rambo zu drehen.
Inzwischen ist nun fast genau ein Jahr vergangen, ich bin wieder in Thailand und habe mir nun den fertigen Streifen gerade angesehen. Der Kreis hat sich damit geschlossen!
John Rambo (Stallone) lebt zurückgezogen irgendwo in Thailand, als er plötzlich von zwei Vertretern einer Hilfsorganisation gebeten wird sie ins Nachbarland Birma (Myanmar) zu bringen. In Birma geht die Armee extrem gewaltsam gegen Minderheiten wie die Karen vor und deshalb soll Rambo helfen medizinische Versorgungsgüter und die beiden Mitarbeiter der Hilfsorganisation über die grüne Grenze ins Nachbarland zu schmuggeln. Nach einigem zögern willigt Rambo ein und die Reise geht los. Nach einen Zwischenfall mit Flusspiraten setzt Rambo die beiden Leute im Zielgebiet ab und macht sich auf den Rückweg.Die abgesetzten Personen geraten in ein von der Armee verursachtes Massaker und verschwinden erstmal von der Bildfläche. Kurz darauf wird Rambo von einem weiteren Vertreter der Organisation gebeten eine Truppe von Söldnern an den Ort zu bringen, an dem er die Leute damals absetzte. Die Söldner sollen nach den beiden Vermissten suchen und sie gegebenenfalls befreien. Auch wenn die Söldner relativ harte Gesellen zu sein scheinen ist jedem doch schnell klar, daß diese Mission nicht ohne die tatkräftige Mithilfe von Rambo erfolgreich verlaufen kann.
Grundsätzlich kann ich „John Rambo“ einen guten Unterhaltungsfaktor attestieren wenn man vor dem ideologischem Unsinn und einigen Unwahrscheinlichkeiten die Augen verschliessen kann!
Schauspielerisch kann man hier eigentlich nichts beurteilen, daß weiss jeder, der Rambo 2 und 3 gesehen hat. „John Rambo“ spielt genau in derselben Liga. Hier zählt einzig und allein physische Präsenz! Und hier stellt sich die Frage, ob ein über 60-jähriger wie eben Stallone die Kampfmaschine Rambo noch plausibel rüberbringt? Keine Bange! Rambo ist noch immer der Alte, allerdings zollt das Drehbuch clevererweise dem Alter der Figur und auch dem von Hauptdarsteller Stallone Tribut. Natürlich kann Rambo keine Bäume ausreissen, aber in Verbindung mit den Söldnern bewegt sich hier die Performance der Action in einem durchaus realistischen Rahmen!
Wo wir gerade bei der Action oder auch der Gewalt sind muß ich erwähnen, dass der Streifen nicht gerade zimperlich inszeniert ist. Die Actionszenen sind wirklich ziemlich derb, aber immer realistisch! Zumindest in der von mir gesehenen Fassung!
Technisch kann man dem Streifen nichts vorwerfen. Handwerklich tadellos inszeniert, speziell die asiatischen Original-Dialoge wirken recht authentisch bietet „John Rambo“ durchaus gute Unterhaltung.
Interessanterweise muß man sagen, daß der Film durch die Niederschlagung der friedlichen Proteste in Myanmar im letzten Jahr an Aktualität gewonnen hat. Würde mich interessieren, ob das so anfangs im Drehbuch stand.
Fazit. Eigentlich ein Heimspiel! Zu gerne sieht man die Helden aus der eigenen filmischen Vergangenheit wieder auf der Leinwand (z. B. Bruce Willis zuletzt in Stirb langsam 4), auch wenn die Magie der Vergangenheit irgendwie verflogen zu sein scheint!Da Stallone schon mit „Rocky Balboa“ seine andere Top-Filmfigur elegant in die Rente verschickt hat, hoffe ich, daß Rambo mit seiner Rückkehr in die Heimat am Ende dieses Filmes nun auch in Frieden ruhen möge!