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Die Möglichkeit eine Filmlegende auf der großen Leinwand zu sehen gestaltet sich meistens recht gering, es sei denn man entscheidet sich für eine, mehr oder weniger, notwendige Fortsetzung. In der letzten Zeit hab ich das Gefühl als wenn man jede weitaus bekannte Kinofigur wieder zum Leben erwecken wollte. Ob John McClane, Indiana Jones, Rocky Balboa oder eben John Rambo, der sogar im Duden zu finden ist und eine Ikone des Actionfilms repräsentiert, finden wieder ihren Weg ins Kino. Sylvester Stallone nahm dazu höchstpersönlich auf dem Regiestuhl Platz, verfasste zusammen mit Art Monterastelli („Die Stunde des Jägers") das Script, produzierte den Film und übernahm selbstverständlich die Hauptrolle. Nach eigener Aussage, um nachher niemanden die Schuld in die Schuhe schieben zu können falls alles in die Hose geht. Mutig, Mutig Herr Stallone. Aber bei „Rocky Balboa" scheint es ja ganz gut geklappt zu haben (hab ich selbst nicht gesehen). Mussten also jetzt noch die Rambo-Jünger zufrieden gestellt werden. Man wollte sich dazu eher am ersten Teil der Reihe orientieren als an den beiden Fortsetzungen die man als stupide aber unterhaltsame Actioner bezeichnen kann. Meiner Meinung nach ist eine gute Mischung zwischen dem ersten Teil und den beiden Fortsetzungen rausgekommen.

Zur Story muss man denke ich nicht viel sagen. Rambo wird von christlichen Missionaren gebeten sie den Fluss hoch ins Krisengebiet Birma zu schippern weil die Landwege allesamt vermint sind. Erst wiederwillig sagt er zu und bringt die Gruppe an ihr gewünschtes Ziel. Die werden dann natürlich prompt gefangen genommen und verschleppt. Als Rambo dann abermals um Hilfe gebeten wird um Söldner, deren Auftrag es ist die verschleppte Gruppe zu retten, ebenfalls nach Birma zu bringen schließt er sich ihnen an um zeigen dass man mit 62 immer noch gut auf die Tube drücken kann.

Das wird dann schließlich auch getan...und wie! „John Rambo" legt einen bemerkenswerten Härtegrad an den Tag. Hier werden Gesichter sowie Hälse mit Pfeilen durchbohrt, Kehlköpfe rausgerissen, Hände abgehackt sowie ganze Körper zerfetzt und die Kamera hält drauf wo sie kann. In der ersten Hälfte des Films dominiert der brutale Realismus durch das Militärregime das bei einem Dorfüberfall absolut keine Gnade zeigt. Selbst hartgesottene Filmgucker dürfen hier mehrmals schlucken da das Gezeigte, eben durch den aufkommenden Realismus (solche Aktion stehen dort an der Tagesordnung), wahrlich nichts für schwache Mägen ist. In der zweiten Hälfte sind es dann eher die Aktionen Rambo's sowie die der Söldner die ebenfalls ihren Teil zum beachtlichen Bodycount von 236 Toten beitragen. Hier geht nichts und niemand kompromisslos mit seinem Gegner um. Also Rambo gegen Ende dann ein Browning M2 Maschinengewehr erobert und damit den Showdown einläutet kracht es an jeder Ecke und Soldaten des Militärregimes werden regelrecht dahin gemetzelt. Die Actionszenen sind für Fans ‘altmodischer‘ Actionfilme sowie Liebhaber von handgemachter Action ein Augenschmaus. Keinesfalls störend übertrieben inszeniert und CGI wird nur ein einziges Mal eingesetzt. Kein technischer Gehampel wie Schnitt-Amokläufe oder der Einsatz von Wackelkamera, die ich zwar eigentlich Mag aber sie auch sehr unnötig eingesetzt werden kann (Bsp. "Bourne"-Filme). Wüsste nicht wann ich das letzte Mal solch einen wirklich guten altmodischen Actioner im Kino gesehen habe.

Schauspielerisch sind hier natürlich auch keine Oskarleistungen zu erwarten. Stallone präsentiert den alten Kriegsveteranen als recht mürrisch und wortkarg. Bei ihm sprechen Taten und nicht Worte. Beim Rest vom Cast ist auch niemand wirklich hervorzuheben, hier erledigt jeder routiniert seinen Job.

Fazit: Stallone hat es geschafft seinem Alter Ego John J. Rambo einen ordentlichen Abschluss zu erweisen und ein ansehnliches Stück Zelluloid auf die Leinwand zu bannen. Einen Actionfilm wie er heute leider noch selten gemacht wird. Die Laufzeit von 81 Minuten (insgesamt 91 aber 11 Minuten gehen an den Abspann) vergeht wie im Flug und man wird prächtig unterhalten. Etwas negativ fällt dann vielleicht nur die realistische erste Hälfte auf die Rambo‘s ‘Amoklauf‘ in der zweiten Hälfte ‘scheinbar‘ rechtfertigt aber den Gesamteindruck nicht allzu sehr schmälert. Wer also harte kompromisslose Action erwartet dem wird genau das geboten.

8,5/10 Punkten

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