Review

Zuerst, der Film kam nicht ungeschoren durch die FSK und läuft nun ab 18 aber dennoch um ca. 1 Minute gekürzt, die FSK hat das Werk als "schwer jugendgefährdend" eingestuft! Der 'Filmdienst' hat sich, angeblich zum ersten Mal in seiner ca. 50jährigen Geschichte, geweigert eine Kritik zu einem Film zu veröffentlichen, mein Freund Ralf (Abonnent), hat den Chefredakteur angerufen ob des Vorfalls und der meinte, dass 'Rambo 4' der menschenverachtendste Film wäre der ihm in seiner langjährigen Karriere untergekommen sei und daher die Entscheidung, normalerweise bespricht der 'Filmdienst' in jedem Jahr alle Filme die in deutschen Kinos starten! Wie war er also nu? Durchaus überzeugend wenn auch nicht überragend. Nachdem bekanntlich die Produzenten Slys ursprüngliche Idee, Rambo nochmal nach Afghanistan zu schicken und dort gegen seine ehemaligen Verbündeten aus Vol. 3 kämpfen zu lassen, aus nachvollziehbaren politischen Gründen ablehnten, kämpft der moderne Parsifal nun in Birma, sonst wäre nur noch Nordkorea ein Kandidat gewesen auf der Suche nach einem isolierten Bösewichtland welches in allen relevanten Filmmärkten als ein ebensolches gesehen wird, die aktuellen Geschichten in Birma kamen dem Film zugute und werden im Vorspann natürlich als Legitimation für die nachfolgende Gewaltorgie missbraucht (hat dem 'Filmdienst' sicher nicht gemundet). Natürlich hat die Darstellung der birmesischen Militärs mit der Realität genausowenig zu tun wie die Darstellung der Vietnamesen in 'Rambo 2', heute wie damals haben wir es mit grotesken Karikaturen zu tun, die eigentlich nur was über ihren Erfinder aussagen und rein garnischt über die Portraitierten. Gedreht hat Sly in Nordthailand und zwar fast ausschließlich, alle Asiaten des Films sind Thais, egal ob es nu Birmesen, Thais oder Karen sein sollen, das wird besonders lächerlich beim Anführer der Karenbefreiungsarmee der extrem thailändisch aussieht und nicht für 5 Cent wie ein Karen, natürlich habe ich schon ein paar Karen gesehen bei meinen vielfältigen Fernostbesuchen. Die herrliche nordthailändische Landschaft ist einer der Pluspunkte des Films und sie wird von der Kamera ausführlich gewürdigt, leider hat Sly sich entschlossen die Farben herunterzudrehen, wohl um dem eher düsteren Charakter der Handlung gerecht zu werden, denn en real sind die Farben in Thailands Norden extrem grell wie ich das noch nirgends auf der ganzen Erde gesehen habe, das Grün des Dschungels ist derartig leuchtend und intensiv, dass es kaum zu glauben ist, im Film wirkt das alles eher gedeckt, mache Szenen sehen fast wie aus nem Schwarzweißfilm aus. Der Handlungsverlauf ist eigentlich wie immer, Rambo bringt einige westliche Missionare/Ärzte nach Birma hinein mittels Boot, diese gehen dann dort verschütt, so dass er mit nem Trupp Söldner selber rein muss und die Menschenrechtler und Pazifisten rausholen, was ihm dann natürlich die Möglichkeit gibt halb Birma in die Luft zu sprengen und große Teile des birmesischen Militärs auszulöschen. Die Action ist extrem blutig und voluminös, sicher ist Teil 4 der heftigste aller Teile, der Rentner wollte es echt nochmal wissen und er schlägt sich auch wacker und das Drehbuch hat ihm dazu auch altersmäßig peinliche Martialartsauftritte erspart. Filmisch ist die Action ansehnlich umgesetzt aber es wäre mir lieber gewesen wenn sie in so einem Neo80er etwas mehr oldfashioned ausgefallen wäre, leider sieht das schon teils aus wie bei Tony Scott oder beim bekannten koreanischen Kriegsklassiker, das ist anstrengend und wird dem eigentlichen Charakter des Films nicht gerecht, in T 3 hat man das seinerzeit besser gelöst. Dazu hätten dem Film 10 weitere Minuten nicht geschadet um die Charaktere etwas mehr zu entwickeln, 2 oder 3 zusätzliche Dialoge hätten den Film auf ein anderes Niveau gehoben, und Zeit wäre gewesen, das Werk ist ungekürzt 91 Minuten lang und hat auch noch einen extrem langen/langsamen Abspann. Dazu sind die Schauspieler erwartetermaßen keine wirklichen Leuchten, latürlich gibt es keinen Richard Crenna weit + breit und die Süße (Julie Benz) ist auch nicht mein Fall und ihre Rolle beschränkt sich nach einigen Dialogen in der ersten Hälfte danach auch nur noch auf Rennen und Kreischen (das ist dann natürlich wieder ganz neo80iesmäßig). Aber man soll nicht mosern, letztendlich kriegt man was man wollte, das durchweg männliche Publikum in meinem Kino war begeistert und hat permanent die entsprechenden Kommentare abgesondert, das wird der deutschen Bierwirtschaft wieder einen schönen Auftrieb geben!

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