"John Rambo is back!" Und wie! Ein einziges Gemetzel auf 80 Minuten Zelluloid gebannt. Die Message? Sicherlich fragwürdig. Die Action? Ohne Frage vorhanden. Der Protagonist? Älter, nicht unbedingt weiser, in jedem Fall aber nicht weniger schlagkräftig als noch in den 80er Jahren. Ganz im Gegenteil - in Punkto Brutalität und einem Bodycount jenseits der 250 kann keiner der drei Vorgängerteile mithalten. Was allerdings auch nicht das Ziel des Films ist. "John Rambo" steht zwar nicht für sich alleine, man muss aber zumindest keine der anderen Fortsetzungen gesehen haben, um den Einstieg in Rambos Welt zu finden bzw. die Figur zu verstehen.
Ich muss dabei zugeben - selten habe ich einen brutaleren Film mit mehr expliziten Szenen gesehen als "John Rambo". Die 18er Freigabe hat sich dieser Streifen jedenfalls redlich verdient. Abgeschlagene Köpfe, herausgerissene Adamsäpfel, durchlöcherte Körper, aufgeschlitzte Bäuche - hier wird alles "geboten". Es wirkt verstörend, passt aber zum Grundtenor des Films. Ob Stallone nun tatsächlich auf die Missstände in Myanmar aufmerksam machen wollte oder doch bloß einen guten Grund/Ort für den finalen Rachefeldzug John Rambos gesucht hat - wir wissen es nicht. "Eye for an eye" ist sicherlich nicht die Lösung aller Probleme, aber zumindest in John Rambos Universum der einzig gangbare Weg. Und der wird beschritten in einem letztlich ziemlich atemberaubenden Tempo. Ich war doch ein wenig enttäuscht, als nach knapp 80 Minuten der Abspann das Unvermeidbare angekündigte - John Rambo ist endgültig in Rente gegangen. Aber vorher hat er´s noch einmal ordentlich krachen lassen.
Fazit: Ein Film, für den nur ein einziges Wort zur Beschreibung/Inhaltsangabe reicht: Brutal. Dies sollte jedem klar sein, der sich auf "John Rambo" einlässt. Es gibt jede Menge unschöne Szenen zu sehen. Und es wird kaum jemanden geben, den die Gewalt gegen Unschuldige kalt lässt und der letztlich nicht auf Rambos Feldzug gegen die Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit des militärischen Regimes Myanmars gegenüber seiner Bevölkerung gespannt ist, sei dieser Weg nun ethisch besonders verwerflich oder eben nicht.