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Rambo liegt wieder auf der Lauer

John Rambo lebt seit längerer Zeit in Thailand, wo er ein eher geruhsames Leben führt. Eines Tages taucht eine Gruppe christlicher Missionare auf, die ihn bittet, per Boot zu einem Karendorf gebracht zu werden, um dort u.a. medizinische Hilfe für die von der brutalen Militärjunta verfolgten ethnische Minderheit zu leisten.

Zunächst lehnt er ab, willigt dann aber doch ein, was sich bald als Fehler rausstellt, denn das Militär überfällt das Dorf, tötet fast alle Einwohner und nimmt die Missionare gefangen. Einige Zeit später soll Rambo eine Söldnergruppe dorthin geleiten, die eine Befreiungsmission durchführen soll. Obwohl er Hilfe anbietet, sind die Söldner zunächst wenig begeistert, können aber froh sein, dass er sich nicht davon abbringen lässt.

Zunächst kam Rocky noch mal zu Ehren und zwei Jahre später feierte dann auch Stallones zweite Kultfigur Rambo ihr Leinwandcomeback. Die Meinungen über den Film sind (verständlicherweise) geteilt, für mich gehört er zu den stärksten der Reihe und kann - fast - an den ersten Teil anschließen.

Im Gegensatz zu den aus heutiger Sicht betrachtet typischen 80er Actionstreifen Teil 2 und 3 gelang ihm mit dem vierten Aufguß, an den ersten Film anzuknüpfen was die Charakterzeichnung betrifft. Kombiniert wird das Ganze mit den wohl härtesten Actionszenen aller Rambofilme.

Womit wir auch schon beim zentralen Thema sind: Die Gewalt steht über weite Strecken klar im Mittelpunkt und sie ist vor allen Dingen eins - hart, schonungslos und brutal.

Warum das so ist lässt sich leicht feststellen: Konträr zu vielen anderen Actionfilmen kommt John Rambo ohne jegliche Momente von Augenzwinkern aus, sondern bleibt bierernst. Was sich normalerweise eher negativ auswirkt, funktionert in Rambos vierter Mission perfekt. Es wäre auch befremdlich, wenn es während der blutigen Auseinandersetzungen coole Sprüche zu hören geben würde.

So aber bleiben vor allen Dingen Bilder von zerfetzten Leibern, platzenden Köpfen und vergewaltigten Frauen im Kopf. Das wirkt abstoßend und ist sicherlich nichts für Leute mit schwachen Nerven. Etwas schade ist, dass Stallones Absicht, Kritik am brutalen Regime von Myanmar zu üben angesichts der standardmäßigen Story ein wenig verblasst.

Letztendendes dient sie eh nur als Vehikel für Rambos Rachefeldzug, was auch in Ordnung geht. Während all der Action gibt es aber auch ruhigere Momente, die etwas von Rambos Vergangenheit aufzeigen und ihn als ausgebrannten, alten Veteranen zeigen. Davon hätte es gerne noch etwas mehr sein dürfen, denn mit knapp 80 Minuten Laufzeit ist der Film doch sehr kurz geraten.

Dass die explizite Gewaltdarstellung Zensurmaßnahmen nach sich ziehen würde ist klar. So lief der Film nur geschnitten, aber immer noch reichlist brutal im Kino. Aufpassen sollte man beim Kauf der DVD/Bluray, da die reguläre 18er-Version ebenfalls cut ist. Notfalls sollte man sich den Film als Import besorgen, denn nur so macht die Anschaffung wirklich Sinn.

Der vierte Rambo ist der härteste von allen und zusammen mit Teil 1 ein Must Have in der Actionsammlung. Ob es noch eine Fortsetzung geben sollte? Ich persönlich wäre nicht abgeneigt, aber diese wäre auch mit enormen Risiken verbunden. Dann lieber so ein würdiger Abschluss der Reihe.

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