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Eine Gruppe Entwicklungshelfer reist nach Birma…, Burma…, scheiß egal, irgendeinen asiatischen Schurkenstaat eben. Um dort Gutmensch zu spielen und geraten natürlich in Schwierigkeiten mit Soldaten. Selber schuld, wenn man sich in so eine gottlose Ecke der Welt verläuft! Doch glücklicherweise hat Reisebegleiter John Rambo (Sylvester Stallone) Erbarmen, rettet alle und löscht nebenbei noch gleich die komplette Militärdiktatur aus…

20 Jahre nach Rambos letztem Einsatz in Afghanistan tritt der einsame Krieger wieder in Erscheinung. Sylvester Stallone (EXPENDABLES, ROCKY) ist mittlerweile 62 Jahre alt und in bester Bodybuilderform. Der Kerl besteht im Grunde nur aus Muskeln, Adern und Anabolika. Selten trat Stallone so männlich auf. Im Film schmiedet er sich seine eigene Machete aus glühendem Stahl. Der Terminator ist Dreck dagegen!
Rambo ist aber kein Macho. War er nie. Eher ein sanfter Riese und wortkarger Büffel. War Rambo in Teil 1 ein sensibler, verschüchterter Kriegsheld, ist in Teil 4 nur noch Hass und Weltabgewandheit übrig. Sehr kriegsverherrlichend gibt sich der Ex-Soldat seinem Schicksal hin:

„Krieg liegt dir im Blut. Kämpf nicht dagegen an! Du hast nicht für dein Land getötet. Du hast für dich selbst getötet.“

Die Kommunikation mit seinen Mitstreitern ist einsilbig. „Geh nach Hause!“ oder „Nicht reden!“ sind schlichte Anweisungen aus einem stumpfen Hirn, das nur eindimensional funktioniert. Das klingt negativ, spiegelt aber einfach wieder, was der „Daily Struggle“ aus einem macht. Davon kann jeder ein Lied singen. Egal ob Bauarbeiter oder Bürohengst, Alkoholiker oder Grundschullehrer. Der Kampf zwischen „Nicht wollen“ und „doch müssen“ deutet auf einen tiefsitzenden inneren Konflikt hin. Bei Rambo kommt dieser zwar zum Ausdruck, indem er Kehlköpfe ausreißt und mit dem Browning-Maschinengewehr in die Menge holzt, aber man sollte bedenken, was hinter seinen Tat steht: ein armer, gebrochener Mann.

„Lebe für nichts oder stirb für etwas – du entscheidest!“

Rambo, der Pazifist mit der Kalaschnikow. Die Message ist klar: Ruhe ist erst, wenn alle umgenietet sind. Die Guten wie die Bösen, scheißegal. Der vierte Teil der RAMBO-Reihe ist ein philosophischer Pro-Kriegsfilm voller Pathos, Populismus und Kriegsheroik. Ein absolutes Brett, knüppelhart, radikal und sagenhaft brutal. Bitte unbedingt kritisch betrachten, sonst ist am Ende ist auch für Sie als Zuschauer „töten so einfach wie atmen.“

Action: (+)(+)(+)(+)(+)[(+)][(+)]
Story / Spannung: (+)(+)(+)(-)(-)
Anspruch / Moral: (+)(-)(-)(-)(-)
Body Count: zwischen 236 und 279

Fazit:
Rambo im Splatter-Modus – Wooohooo!

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