Review

kurz angerissen*

In Jack Hills Racing-Drama "Pit Stop" bestimmt die Flüchtigkeit der Spotlights das Muster. Anfangs sind es die Scheinwerfer der Straßenlaternen oder beleuchtete Geschäfte, in denen die erfolgshungrigen Rennfahrer für Sekundenbruchteile in Szene gesetzt werden, bevor sie wieder im Dunkel der Nacht verschwinden; schließlich fängt sie das Flutlicht in der Figure-8-Arena ein. Dort kreuzen wettstreitende Wagen fortwährend ihre Spur und provozieren mit verrückten Manövern Unfälle. Das scherenschnittartig gestaltete und eigentlich nicht mehr der Produktionszeit entsprechende Schwarzweiß wird bei Stunts ebenso wie bei Dialogszenen eingesetzt wie das Chiaroscuro alter B-Movie-Noir-Thriller. Es lässt viele Winkel im Dunkeln, nicht zuletzt jene Bestandteile in den Gesichtern der Fahrer, die ihre wahren Emotionen und Beweggründe verraten würden, wäre die Optik mit High-Key-Elementen versehen. Stattdessen wird die Fratze des Siegeswillens nach außen gekehrt, wofür sich das kantige, von breiten Zahnreihen besetzte Gesicht von Nebendarsteller Sid Haig für Hill erneut als ideales Transportmedium erweist.

Das Grieselig-Schmutzige der Bilder geht einher mit einem tragischen Ablauf des Plots. Dieser lässt die Anspannung vor dem Wettbewerb regelmäßig in ausgelassenen Parties danach entweichen; der Soundtrack spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle und weist den Film deutlich als ein Relikt der 60er Jahre aus. Und während der ewige Kreislauf von Sieg und Niederlage, von Angriff und Verteidigung seine Kreise zieht, wird hinten in den Werkstätten sowie beim Pillow Talk in den Betten ein Drama vorbereitet, das mit harten Plotwendungen für eine überraschende emotionale Tiefe im Abgang sorgt.

Zugleich ist "Pit Stop" aber auch eine frühe Form von Actionfilm mit spektakulären Renneinlagen, die eine Nutzung von Zeitraffern nicht einmal nötig gehabt hätten, um sich als Hingucker zu qualifizieren. Noch dazu überzeugt die charismatische Besetzung, obwohl Richard Davalos in der Hauptrolle eine vergleichsweise glatte Ausstrahlung hat. Vorwerfen kann man Hill vielleicht, dass er die relativ dramatischen Inhalte insgesamt doch eher dröge beziehungsweise unterkühlt in Szene setzt; andererseits unterstreicht das die besonderen Eigenarten eines Films, der völlig aus der Zeit gefallen zu sein scheint.

*weitere Informationen: siehe Profil

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