Review

Überzeugendes Regiedebut von Andy Fetscher, in welchem eine junge Studentin (Friederike Kempter) sich nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern auf Spurensuche nach Rumänien begibt. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Tragödie mitnichten um einen simplen Verkehrsunfall gehandlelt hat. Stattdessen stößt die resolute Lara auf einen Gammelfleischskandal gigantischen Ausmaßes - und jede Menge hungriger Kindermäuler...

"Bukarest Fleisch" hat sich da defintiv einen interessanten Aufhänger für seine kurzweilige Horrorgeschichte gesucht. Undenkbar erscheint es nach den Ereignissen der letzten Jahre keineswegs, dass minderwertige Fleischprodukte als Hilfslieferungen deklariert in die Armenhäuser Osteuropas exportiert werden. Die hier zur Schau gestellten Auswirkungen des Gammelfleisches bleiben trotz sporadisch eingestreuter Originalaufnahmen freilich Fiktion.
Leider macht Andy Fetcher aus seinem interessanten Ansatz nicht allzu viel. Einmal im Reich Draculas angekommen driftet "Bukarest Fleisch" recht schnell in eher gewöhnliches Backwood-Geslashe ab. Die nette Gammelfleischaufhänger ist da schnell vergessen, wenn der Überlebenskampf in der fast menschenleeren und auch ansonsten wenig einladenden Pampa Rumäniens seinen Lauf nimmt.

Ein Beinbruch ist dies allerdings noch lange nicht, denn Fetchers Erstwerk liefert ansonsten solide Werte. Die gut über die Laufzeit verteilten Morde bieten - obwohl vieles offscreen geschieht - einen ansprechenden Härtegrad, Spannung kommt insbesondere in den nächtlichen Landhauszenen auf und auch technisch braucht sich "Bukarest Fleisch" trotz überschaubarer finanzieller Mittel nicht vor der internationalen Konkurrenz verstecken. Nicht untypisch für ein Debut übertreibt es Regisseur Fetcher zwar ab und an mit gut gemeinten Farbfiltern, Nightvision und anderen optischen Stilmitteln, nichtsdestotrotz ist das Endergebnis eine durchaus runde Sache.

Großes Potenzial sehe ich abschließend vor allem auch bei Hauptdarstellerin Friederike Kempter, die hier eine tolle Performance abliefert und ihrem Alter-Ego Lara bis zum Ende etwas Geheimnisvolles, Unberechenbares zu verleihen versteht. Der Spannung ist dies in jedem Fall zuträglich, gerade weil "Bukarest Fleisch" mit zunehmendem Verlauf in eher standardisierte Genreabläufe verfällt.

Fazit: Auch wenn der Wiedersehwert aufgrund der letztlich etwas unspektakulären Schauwerte und der nur anfänglich wirklich interessanten Story nicht unbedingt hoch ist, so dürfen Horrorfreunde dennoch unbesorgt einen Blick riskierieren.

Details
Ähnliche Filme