Review

Aus einem Labor wird ein Virus namens Death One(!), der zu militärischen Zwecken entwickelt wurde, entwendet und prompt infiziert sich der Langfinger damit, was zur Folge hat, dass er zu einem Wesen mit Mordlust und großem Appetit auf Menschenfleisch mutiert. Doch das Militär kann ihn unschädlich machen, nur leider wird seine Leiche verbrannt, so dass sich der Virus durch den Schornstein des Krematorium großflächig ausbreitet.

Der Dreh des Filmes muss sehr konfus von Statten gegangen sein, denn es werden Lucio Fulci und Bruno Mattei als Regisseure erwähnt, aber wer nun was gedreht hat und warum gewechselt wurde (angeblich hat Mattei Fulci aus Krankheitsgründen abgelöst) weiß irgendwie keiner so genau.
Und dieses Durcheinander spiegelt sich auch in diesem Zombieheuler wider. Es wurde fleißig aus Klassikern zusammengetragen (z.B. der Konflikt Zivilisten/Militär aus "Zombie 2 - Das letzte Kapitel", die weiße Schutzanzüge tragenden Gasmasken aus "Crazies", der finale Hubschrauberflug in eine ungewisse Zukunft aus "Zombie - Dawn of the dead" usw.), aber insgesamt vermisst man ein stimmiges Gesamtergebnis.
Was man dem Film zu Gute halten muss ist, dass er mit einigen kultigen Szenen aufwarten kann, die man so schnell nicht vergisst. Hierzu gehören die Zombievögel, der aus dem Kühlschrank springende und sein Gegenüber niederbeißende Zombiekopf und das Teamwork zwischen einem Zombie und einer gerade aus dem Mutterleib schlüpfenden Krallenhand, die einer jungen Dame übel mitspielen.
Zwischen diesen Szenen gibt es leider viel unnötiges Gerede und planloses Umhergeirre unserer Protagonisten, so dass der Sehspaß um einiges reduziert wird.

Auch bei der Inszenierung der Untoten fährt man keine klare Linie. Mal sieht man sie als die typischen langsam und unbeholfen schreitenden Wesen und mal sind sie ganz flink und können sogar reden (da fällt mir ein, dass die Schlusseinstellung ebenfalls ein gewisses Etwas hat). Auch bei ihrem Vorgehen gegen die Menschen gibt es Unterschiede. Die einen töten gewohnt zügig, aber andere schupsen einfach mal eine Frau aus dem Fenster in einen See (wodurch diese unlogischer Weise die Beine verliert und zum Zombie wird!!!), hüpfen aus Hecken hervor, wenn das Opfer vorbei ist, kommen aus Heuhaufen hervor, um ein Opfer im letzten Moment aus einem startenden Hubschrauber zu zupfen (warum einfach, wenn es auch schwierig geht?) oder wecken ein potenzielles Opfer auf, damit dieses die Flucht ergreifen kann.

Die Effekte sind gut gemacht (die wichtigsten habe ich genannt) und haben mich im Gegensatz zu den miserablen Darstellern überzeugt. Besonders schlimm finde ich den Darsteller des Chefprofessor, der ständig auf 180 ist und rumschreit (das ist nicht gut fürs Herz) und den Kopf des Militärs. Die anderen Schaupieler sind typische Durchschnittsgesichter, die man schnell wieder vergisst. Immerhin gibt es bei uns ein Wiederhörn mit den grottigen Synchronsprechern der He-Man Zeichentrickserie aus den 80ern. Herrlich schlecht!

Insgesamt sorgt der Film durch seine trashigen Ideen und ungewollte Komik für Heiterkeit, die allerdings durch Leerlauf stark gebremst wird. Ein ernsthafter Zombieshocker sieht jedenfalls anders aus.

Details
Ähnliche Filme