Die Laser Paradiese DVD von „Zombi 3" erschien in der „Lucio Fulci Collection". Auf der DVD steht „Lucio Fulci's Zombi 3".
Offiziell sind angeblich Lucio Fulci und Bruno Mattei die Regisseure des Films.
Wer ist für dieses billige Spätwerk italienischer Trash-Zombiekultur verantwortlich? War es der Römische Horrorpapst Lucio Fulci selbst oder gar der aus dessen Stiefeln herausgewachsene Bruno Mattei oder haben sich beide fachlich gar ergänzt?
Warum heißt der Streifen Zombi 3 und wo bleiben Zombi 1+2? Das Europäisches Horrorkino der Achtziger im Allgemeinen und das Italienische im Besonderen werfen Fragen auf. Fragen, auf die ich sicherlich eher eine Antwort habe, als auf etliche Geniestreiche die hier mit der Handlung so verzapft wurden, wobei ich das Wort „Drehbuchfehler" gar nicht erst verwenden möchte, da ich nicht glaube, dass hier so streng nach einem Solchen gearbeitet wurde. Ne, Klar: Auf einer mit Viren, die Menschen zu Zombies werden lassen, verseuchten Insel, haben militärische Spezialeinheiten in Kampfanzügen und Ganzkörperkondomen inklusive Gasmasken und kompletter Kleinkriegbewaffnung nichts anderes zu tun, als sich trotz Schießbefehl, auf einen fairen Faustkampf mit einigen Abtrünnigen einzulassen. Klar, dass sie den nicht gewinnen können. Soviel zur Logik des Films, die sich hier sehr anschaulich für den kritischen Betrachter manifestiert.
Nun ja, kommen wir zu den Fragen, zu denen ich zumindest Aufschlussreicheres glaube sagen zu können: Nein, auch wenn es so auf dem Cover der Laser Paradiese DVD steht: Dieser Film hat sicherlich nichts mit Lucio Fulci zu tun. Ganz klar ist hier die Handschrift von Bruno Mattei zu erkennen: Kurzweilige Actionszenen, die immer ohne Logik sind und wirklich makabere schnelle Splatter- und Verstümmelungsszenen. Dies alles natürlich einhergehend mit entsprechend dümmlichen Dialogen, einem dazu passenden miesen Drehbuch und dem neckischen, wenn auch nicht sofort erkennbaren, Mattei'schen Augenzwinkern. Und dann hat Bruno wieder geklaut, wo er nur konnte. Zu guter letzt beim großen Meister (Fulci) selbst, als er ein Szenario von der Weltherrschaft der Untoten malte, wie es Fulci neun jahre zuvor schon mit seinem Meilenstein des Italohorrors „Woodoo" tat. Lucio Fulci hat sich immer mehr als ein Handwerker gesehen, der die Filmerei von der Pike auf gelernt hat. Die Seriosität, die er dabei für sich einforderte, ging aber oft bei allzu billigen Produktionen flöten. Bruno Mattei dagegen pfeift auf alle Konventionen. Mattei's Filme sind schnell, billig und scheinbar anspruchslos, dass aber auf der unterhaltsamsten und ironischsten Weise. Lucio Fulci war eher ein klassischer Filmemacher, der sich an Vorbildern wie Alfred Hitchcock anlehnte und der zeitgenössischen Kollegen wie George A. Romero gern nachahmte um ein Stück vom Zombiekuchen der damaligen Zeit abhaben zu können, wissend, dass auch Romero filmisch den Meister des Horrors Alfred Hitchcock nacheiferte, was gewiss keine Schande, eher eine Tugend ist, wenn es sich auf solch einer professionellen Ebene abspielt, wie sie George A. Romero noch in seinen Klassikern „Night of the living Dead" und „Dawn of the Dead", darbot. Um den Faden von oben wieder zu finden: In Italien hieß der 1978 von George A. Romero erschienene Splatterklassiker „Dawn of the Dead" einfach nur "Zombi" und Fulci's „Woodoo, Schreckensinsel der Zombies" hieß, dreist wie die Italiener nun mal sind, „Zombi 2". Über „Zombi 3" lest ihr gerade und dann gibt's da noch „Zombi 4", aber das ist eine andere Geschichte. Zum Inhalt des Films: Ähnlich wie in Matteis „Hölle der lebenden Toten" geht es um ein Virus, welches Menschen zu kannibalischen Untoten werden lässt - zu Zombies. Dass katastrophale Ausmaß dieser bakteriellen Waffe, kennen die Terroristen, die sich der Substanz gewaltsam aneignen freilich noch nicht. Während medizinische Wissenschaftler dabei sind ein Gegenmittel zu entwickeln, breitet sich das todbringende Virus längst aus. Das Militär verhängt den Ausnahmezustand: Alle lebenden Wesen im weiteren Umkreis sollen vorsorglich vernichtet werden. Es scheint jedoch längst zu spät zu sein. Das Virus bedroht das gesamte Leben auf den Planeten Erde. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als infizierte Leichen verbrannt werden und deren Asche durch den Schornstein geblasen wird.
Bruno Mattei hat es wieder krachen lassen und er hat wieder mal alles geklaut was er konnte. Selbst die Anspielungen auf die Umweltverschmutzung fanden wir ebenso pauschal anklagend schon in Rean Rollin's französischen Zombieklassiker von 1977 „Pestizide - Grapes of Death" vor, in dem es der Wein war, der Menschen zu Zombies werden ließ und das der lebende Tod durch den Schornstein kommt zeigte uns Dan O'Bannon in „Return of the living Dead" bereits sehr anschaulich. Bruno Mattei hat hier wieder alles verwurstet ohne jedoch jemals seine eigene Linie zu verlassen und er war qualitätsmäßig teilweise nahe an „Hölle der lebenden Toten" dran. Schlussendlich fehlte aber der richtige Pep in der Story und auch das Können der Darsteller. Trotzdem ein wichtiger Film, den Freunde des Genres und besonders auch dieser Zeit einfach in ihrer Sammlung haben müssen.