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Bezüglich des Regisseurs Lucio Fulci (Über dem Jenseits, Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies) ranken sich einige Gerüchte, doch welchem kann man Glauben schenken? Fakt ist jedenfalls, dass er "Zombie III" nicht alleine inszeniert hat, weswegen Kollege Bruno Mattei (Die Hölle der lebenden Toten, Der Kampfgigant) auch seinen Anteil geleistet hat. Sei Fulcis Ausfall auf eine Krankheit oder Stress mit den Produzenten zurückzuführen, herausgekommen ist ein überaus durchschnittlicher Zombieschocker, der sich gerne als Möchtegernfortsetzung zu Romeros Meisterwerken sieht.
Gedreht wurde auf den günstigen Philippinen, das damalige Nirvana vieler Produzenten um fleissig Geld zu sparen. Dennoch kann "Zombie III" optisch überzeugen, die gespenstische Leere im Ferienparadies bringt man gut zur Geltung, obwohl man es mit dem Einsatz von Nebelmaschinen deutlich übertreibt.

Doch wo Lob ist, findet sich auch Tadel, leider in reichlicher Form, was besonders die hanebüchene Story betrifft. Für Belustigung sorgt auch die stümperhafte Handlungsweise des Militärs, nur so kommt das gefährliche "Death One Virus" überhaupt in Umlauf. Es beginnt mit einem Infizierten, doch schnell ist ein ganzes Arial betroffen. Während Dr. Holder (Robert Marius) nach einem Gegenmittel forscht, säubert General Morton (Mike Monty) mit seinen Soldaten das gesamte Gebiet. Ob infiziert oder nicht, alle werden über den Haufen geschossen. Währenddessen können sich der Soldat Kenny (Deran Sarafian) und eine bunt zusammengewürfelte Truppe in ein Hotel retten, umgeben von Untoten.

Die Zombies hier bewegen sich aber deutlich schneller, das Make-up kann sich auch sehen lassen, nur die Attacke der infizierten Vögel ist wohl ein schlechter Scherz. Das Erzähltempo ist durchgehend hoch und die Konfrontationen mit den Untoten zahlreich. Besonderen Wert legte man wohl neben den Schusswechsel auf Kloppereien, ob mit den Zombies oder den Soldaten von General Morton. Blutige Einschüsse gibt es in Massen, mit richtigen Goreeffekte hält man sich eher bedeckt. Es darf mal ein Kopf zerschossen, eine Brust aufgerissen und ein Pflock durch den Hals gerammt werden, aber gegen Filme gleicher Gattung gehört "Zombie III" zu den harmloseren.
Aber da es fast ununterbrochen zur Sache geht, ist der Unterhaltungswert dementsprechend hoch, man schenke den schwach agierenden Darstellern und der grottigen deutschen Synchro kaum Beachtung und vor allem darf man die Chose nicht ernst nehmen.

Unfreiwillige Komik lässt sich auch in diesem Machwerk finden, man nehme nur die lächerlichen Streitereien zwischen Dr. Holder und Morton, den abgetrennten und fliegenden Zombieschädel, oder wie naiv hier alle Beteiligten mit dem Virus umgehen, um ihm so vor lauter Dummheit zum Opfer zu fallen. Ein schlechtes Ende, welches den Zuschauer aber völlig kalt lässt, ist natürlich vorprogrammiert. Passabel ist der Gag mit dem Radiomoderator von "Blue Heart", aber eine inoffizielle Fortsetzung hätten uns die Produzenten nicht mehr spendieren müssen. "After Death" folgte im selben Jahr und ist deutlich grottiger als "Zombie III".
Filmkennern dürfte Hauptdarsteller Deran Sarafian zumindest ein Begriff. Er inszenierte später Filme wie "Mit stählerner Faust" oder "Tödliche Geschwindigkeit". Hier agiert er jedenfalls extrem hölzern, wie der restliche Cast.

Wer an dieses Machwerk Ansprüche stellt, sollte lieber die Finger davon lassen, denn "Zombie III" ist größtenteils unlogisch und nervt mit billigen Dialogen. Eine gewisse Atmosphäre, gelungene Effekte und gutes Make-up will ich ihm aber nicht absprechen. Unterhaltsam ist er allemal.

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