Alles so Mode-Erscheinungen: Früher haben sich ausgemachte Seeleute einen Anker tätowieren lassen, heute hat jedes zweite übergewichtige Teengirl ein Arschgeweih, welches innerhalb weniger Jahre die Ausmaße eines Gartenzauns annehmen dürfte, aber bitte.
Für alle, die solche körperlichen Eskapaden noch vor haben sollten, - dieser Streifen könnte ein wenig als Abschreckung dienen…
Jake ist Tätowierer aus Leidenschaft und ständig auf der Suche nach neuen Impulsen. Auf einer Messe in Singapur begegnet er Sina, die einer Tätowierer-Gruppe aus Samoa angehört.
Er wohnt einem traditionellen Ritual bei und lässt anschließend ein uraltes Tätowierwerkzeug mitgehen, woran sich Jake schneidet. Wenig später sterben Jakes Kunden, übersäht mit Tinte und einem Tattoo über den ganzen Körper gestreckt. Wie kann Jake den Fluch noch aufhalten?
Nett, mal kleinere kulturelle Einblicke in die Geschichte Samoas und deren Form der etwas martialisch anmutenden Form traditioneller Tätowierungen zu erfahren.
Aber dabei beschränken sich bereits die Neuigkeiten. Denn die Sache mit dem Fluch der Tätowierten läuft äußerst behäbig ab und lässt sich zudem viel zu viel Zeit, bis sie überhaupt erst in die Gänge kommt.
Hier eine Messe, dort ein Kumpel, hüben wie drüben ein paar Gleichgesinnte und dann die kleinen Annäherungsversuche zwischen Jake und Sina, die ebenfalls einen nicht unbeträchtlichen Part einnehmen, was kaum Freude bereitet, da beide nicht gerade von den charismatischen Supermimen verkörpert werden.
Aber auch im Geisterbereich kommt man kaum über selbstständig auf Körper streuenden Tattoos hinaus. Meistens huscht ein Schatten im Spiegel oder erscheint etwas Undefinierbares in dunklen Ecken, wobei asiatische Vorbilder überdeutlich durchschimmern.
Leider sitzt nicht ein Schockeffekt und auch atmosphärisch können weder die Locations, noch die teilweise etwas klischeehaften Figuren überzeugen, selbst der Score bleibt zurückhaltend wie das phantasielose Spiel der Kamera.
Leidlich interessant wird die Geschichte erst in den letzten fünfzehn Minuten, als es um eine verschwundene Person und ein traditionelles Ritual geht, das Tempo deutlich angehoben und so etwas wie eine Spannungskurve ersichtlich wird.
Die Auflösung zeugt zwar von einigen Logiklücken und peinlichen Einschüben seitens mancher schlechter Nebendarsteller, doch am Ende ist zumindest Fahrt drin.
Dennoch wirkt die im Kern interessante Grundidee banal und lieblos umgesetzt. Es fehlen Gespür für Spannung und Gruselstimmung und auch Splatterfreunde schauen bis auf zwei kleine Szenen reichlich in die Röhre.
Der Besuch beim Tätowierer könnte da eventuell spannender ausfallen…
3,5 von 10