Tarantinos „Kill Bill“ war seinerzeit als große Hommage an alte Kung-Fu-Filme gedacht, was phasenweise schon arg die Grenzen zur Parodie überschritt. Nun versuchen ein paar Norweger, dem Ganzen noch groteskere Züge zu verpassen, scheitern jedoch weniger am sichtlich geringen Budget, denn an der allgemeinen Ideenlosigkeit.
Innerhalb der Einstiegsszenen finden sich noch die deutlichsten Parallelen zum Original, als eine Hochzeitsgesellschaft in Partylaune feiert und vier bewaffnete Gangster in die Feier platzen und ein Blutbad anrichten. Der Verlobte Jompa überlebt schwer verletzt und tritt, als er nach einiger Zeit aus dem Koma erwacht, einen Rachefeldzug gegen die Killerbande unter dem Kommando von Tampa Buljo an. Während die Polizei bei diesen Aktionen eher hinderlich ist…
Leider finden sich allenfalls Ansätze parodistischer Züge und auch nur in solchen Momenten, als gekämpft und auf skurrile Einfälle zurückgegriffen wird.
Der Rest besteht aus flachen Gags, die fast durchweg auf Fäkalniveau anzusiedeln sind, phasenweise die Ekelgrenze überschreiten und unterhalb jeglicher Geschmacksgrenzen liegen.
Da wird ein Komapatient vom Pfleger mit Anweisungen an einen Vergewaltiger weitergeleitet, Unmengen in diverse Behältnisse uriniert, jemand von zwei Rednecks erniedrigt und gepötert und zu allem Überfluss wird uns ein dicker Mann als Wahrsagerin präsentiert, der erstmal damit beschäftigt ist, zu rotzen, schnupfen, Exkremente in einen Topf zu lassen, um diesen anschließend auszulöffeln, na Guten Appetit auch.
Was Parallelen zu „Kill Bill“ betrifft, sind diese recht vage und nur oberflächlich eingebunden.
Ein asiatischer Kung-Fu Lehrer für den auf Rache sinnenden Jompa, der Oberbösewicht mit langer Narbe über Auge und Wange und eben diverse Morde, die zumindest ein paar kleinere Blutszenen mit sich bringen, jedoch nie in einer Gewaltorgie gipfeln, wie es das Original tat.
Besonders die etwas temporeicheren Szenen offenbaren einen unsicheren Umgang mit der Kamera, gerade innerhalb einer Verfolgungsjagd im Schnee mit Snowmobiles werden unübersichtliche und verwackelte Bilder zutage gefördert.
Ferner wirkt die Gesamtausstattung reichlich lieblos, die Requisiten fallen dürftig aus, da wundert es schon fast, dass sie den gelben Trainingsanzug wenigstens besorgen konnten.
Nur selten ist das Geschehen amüsant, packend ist es ohnehin nicht, weil es dem Skript an Originalität mangelt und darüber hinaus jegliche Raffinesse im Aufbau einzelner Szenen fehlt.
Selbstironische Momente lassen sich indes an einer Hand abzählen, etwa, als einer vor die Kamera baselt oder ein anderer mittendrin „Rückblende abfahren“ in die Kamera ruft.
Die parodistischen Bezüge zur Vorlage bleiben weitestgehend aus und wenn doch mal ein Zweikampf zum Schmunzeln verleitet, ist es die Auseinandersetzung zweier Amazonen, die erst große Kampfkunst andeuten und dann klischeebedingt in einen zickigen Catfight verfallen und sich beschimpfen.
Die Hauptfigur Jompa (äußerlich eine Mischung aus Borat und Erkan von „Erkan und Stefan“) wirkt aufgrund darstellerischen Unvermögens auf Dauer genauso deplatziert, wie der Polizist, Typ Dewey aus „Scream“, den außer seinem scheußlichen Styling, der Frauenfeindlichkeit und den Hass auf Lappen nichts auszeichnet. Die Typen sollen möglichst grotesk erscheinen, wirken jedoch phantasielos und albern, plump und stellenweise wie Fremdkörper.
Wahrlich keine Glanzleistung ist diese Aneinanderreihung niveauloser Gags, die die Story kaum zusammenhalten kann und vom Kuhficken bis zu angestaubten Dialogwitz während einer Sexszene fast nur Achselzucken hervorruft. Das ähnelt in seiner Gesamtheit zu sehr den zahlreichen müden Parodien Hollywoods jüngerer Zeit, die ebenfalls den Beinamen“…-Movie“ trugen.
Was die Sache noch einigermaßen erträglich gestaltet, sind ein paar malerische Landschaften, ab und an ein überraschend deutliches „Nääää!“ von der Hauptfigur und die Tatsache, dass die knapp 90 Minuten zumindest ohne größere Längen über die Bühne gebracht werden.
Von einer spürbaren Parodie ist das jedoch weit entfernt.
3,5 von 10