Review

Willkommen bei den Camdens. Wer schon immer mal testen will, wie viel Schmalz, Ärgernis usw. er oder sie vertragen kann, sollte sich mal eine Woche die Camdens anschauen. Wutausbrüche sind garantiert.


Worum dreht es sich bei „Eine himmlische Familie“? Eigentlich weiß ich es gar nicht und es ist mir auch egal. Kopf der Familie ist Reverend Eric Camden, eigentlich immer gut gelaunt, hat immer ein offenes Ohr für jemanden, egal wer wann welches Problem hat. Das ist doch erfreulich. Und damit haben wir schon den Kern dieser Serie, die Religion.
Grundsätzlich wird alles in dieser Serie auf Gott reduziert, er ist es, der die Familie wohl leitet und das immer alles irgendwann gut wird. Ist immer alles gut? Nein, natürlich nicht. Bei mindestens sieben(!!) Kindern (oder auch mehr, habe den Überblick verloren), bleiben Probleme natürlich nicht aus, die aber eigentlich alles immer zur Zufriedenheit gelöst werden, dank Gott und der Familie.

Kann man den Vater noch als gerade mal akzeptabel durchgehen lassen (aber auch nur, wenn man beide Augen fest zudrückt), kommen wir nun zur Hassfigur der Serie, die Mutter.
Annie Camden, der Terror auf zwei Beinen. Man braucht nur wenige Folgen zu sehen um sie zu hassen. Niemand ist nerviger in dieser Serie als diese Person. So eine Mutter wünscht man niemanden, nicht mal seinen Feinden. Wer so eine Mutter hat, braucht keine Feinde mehr.
Geheimnisse darf es bei den Camdens nicht geben, jedem spioniert die Mutter hinterher, nervt mit ihren Gefühlsausbrüchen und teilweise drakonischen Strafen. Leidtragende sind fast immer die Kinder. Kurioserweise hat sich keiner der Kinder bisher das Leben genommen. Oder ist es zumindest in Amerika realistisch, wenn der Teenysohn bei einem Mädchen ist und die ganze Familie im Auto hinterherfährt und durch das Fenster guckt, denn immerhin hat man ein Kondom gefunden (Oh nein!!!)!

Sex ist eh so eine Sache in dieser Familie. Vor der Ehe? Nein, es sei denn man ist verrückt, denn dann gerät man wieder an die Mutter. Umso kurioser ist es doch, dass die Camdens mindestens sieben Kinder + X haben, ergo scheint es ja doch einen gewissen Spaß zu machen, wenn auch bei dieser Familie schwer vorstellbar.
So leiden alle Kinder mehr oder weniger, doch je älter sie werden, desto ähnlicher werden sie ihren Eltern und machen gleich mit, jüngere Geschwister nachspionieren. Richtige Rabauken gibt es kaum, nur die Rolle von Jessica Biel gibt teilweise einiges her, sie macht teilweise nämlich nicht das, was die Familie will und dann wären wir mal wieder bei der Mutter.

Woher hat dieser Serie ihren Erfolg? Ich weiß es beim besten Willen nicht. Vielleicht kommt gerade so ein Leben in Amerika gut an, als normaler Mensch muss man einfach in den Tisch beißen bei besagten Szenen, die man gar nicht alle aufzählen kann, man muss es einfach gesehen haben. „Eine himmlische Familie“ ist wirklich kaum zu ertragen, dennoch sollte man sich einige Folgen mal ansehen, um mal seine Grenzen zu testen. Lange sollte es nicht dauern, diese Familie, und natürlich die Mutter, die Wurzel allen Übels, zu hassen. Daher heißt es: Reinschauen, sich ärgern und irgendwann wieder abschalten.

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