In Rom brodelt die Gewalt, die Gangster schrecken vor nix mehr zurück - egal ob Raub, Erpressung, Körperverletzung oder Mord, die Polizei ist machtlos. Doch Kommissar Berti hat die Schnauze voll und macht, nachdem seine rauen Methoden vom Dezernat kritisiert werden, auf eigene Rechnung und schließt sich einer Privatbürger-Miliz an, welche mit Gegengewalt die Straßen wieder säubern will…
Hach, das kennt man doch alles schon, richtig?? Aber das stört bei „Roma Violenta“ recht wenig - denn Hauptsache es knallt und es kommen ein paar hitverdächtige Ansagen, mehr will man doch von so einem Film gar nicht, oder?? Das es sich hier um einen italienischen Selbstjustiz-Streifen handelt, dürfte einem schnell klar sein, vor allem wenn man den Herrn Merli mit Knarre und Polizeimarke sieht. Ob das Gezeigte hier moralisch einwandfrei ist, wage ich nicht zu beurteilen – doch wer dem italienischen Polizeifilm zugetan ist, wird um den hier sowieso keinen Bogen machen, auch wenn er nicht ganz in der Klasse von „Der Berserker“, „Die Kröte“ oder „Milano Kaliber 9“ spielt. Dennoch wird hier nicht nur ein schönes Nostalgie-Feeling durch Maurizio Merli, John Steiner und Ray Lovelock versprüht, auch die Stadt Rom wurde in einem düsteren, kalten Flair eingefangen. Zudem gibt es Action am laufenden Band, wilde Verfolgungsjagden, Prügeleien und das Schießeisen wird auch nicht zu selten aus dem Trenchcoat gezogen.
Maurizio Merli ist hier halt in seinem Element, der Bulle der mit den Ganoven halt nicht mehr zimperlich umgeht und mit eiserner Faust gegen das Verbrechen schlägt - das kann er gut und so wollen die Fans ihn auch sehen. Ray Lovelock spielt einen befreundeten Polizisten des Kommissars, welcher dessen Methoden später anzweifelt, sogar Berti selbst kommt kurz ins Grübeln. John Steiner wiederum ist leider nur ’ne kurze Randerscheinung und macht auf Gangster, die restlichen Darsteller sagen mir jetzt auf Anhieb nix.
Regisseur Marino Girolami, welcher übrigens der Vater von Enzo G. Castellari ist, durfte paar Jahre später mit „Zombies unter Kannibalen“ und einem Beitrag für die „Flotte Teens“ - Reihe noch mal ein bisschen Kasse machen, bevor er in der Versenkung verschwand und Jahre später verstarb.
Fazit: „Roma Violenta“ ist zwar kein Klassiker des Poliziotti-Genres, dafür aber immer noch ein knackiger Selbstjustiz-Streifen der alten Schule mit einer herrlich dt. Synchronisation – Italo-Fans sollten diesen Streifen unbedingt mal antesten!!
(08/10)