Nicht jedem Horror-Fan dürfte das Konzept dieses episodenartigen Streifens Freude bereiten, vor allem nicht, wenn man logischen Zusammenhängen auf den Grund geht.
Stattdessen punktet er auf anderer Ebene, denn trotz zusammengeklauter Storyelemente erzeugt er Abwechslung, spannende Momente und eine stimmige Atmosphäre.
Und nebenbei regt er die Kreativität an, sich mal wieder einen Guckkasten zu basteln.
So einer ist nämlich schuld am Trauma des Killers, den drei Freundinnen in der Grundschule verschmähten und nun von dem Psychopathen heimgesucht werden.
Auf dem Highway, beim Babysitten und in einem merkwürdigen Hotel lauert er den jungen Frauen auf, um sich für die Schmach von einst zu rächen.
Bereits die ersten zehn Minuten erwecken Interesse, als Shelby mit ihrem Freund auf dem Highway unterwegs ist und man sich einem Convoy anschließt, an dessen Spitze ein dubioser Trucker fährt, der offenbar eine Frau gefangen hält, - doch damit kommt das Verwirrspiel um den Killer erst in Gang.
Gerade hier zeigen sich zwar eklatante Schwächen innerhalb des Skripts, da Erklärungen und Zusammenhänge unzureichend geliefert werden, doch genauso zeichnet sich recht früh ab, wie man mit überraschend fähigen Darstellern, einer effektiven Kamera, gut gewählten Sets und einem Gespür für Timing ordentlich Spannung erzeugen kann.
Nachdem die erste Episode mit eher offenem Ausgang abschließt, kümmert man sich im Folgenden um Tabitha, die sich als spätere Hauptfigur herauskristallisiert.
Hier bekommen wir es mit einer Variation von „When a stranger calls“ zu tun, - schlicht, aber im Kern effektiv. Da spielt ein mannsgroßes Clownskostüm ebenso eine Rolle, wie starker Regen und eine Flucht.
Zwar tun sich auch innerhalb dieses Kapitels auffällige Unwahrscheinlichkeiten in Sachen Babysitten auf, doch das flüssige Erzähltempo kann die Aufmerksamkeit weiterhin auf sich ziehen.
Erst im letzten Teil, als die dritte im Bunde im Alleingang ein merkwürdig verspieltes Hotel betritt, driftet die Stimmung ein wenig ins Surreale ab und man bekommt es mit morbid-antiken Konstruktionen, einem Tauben und einigen Leichen zu tun.
Allerdings punktet hier besonders die Ausstattung, die ein wenig an eine mittelalterliche Burg mit Folterinstrumenten erinnert.
Leider fällt die Spannung gegen Showdown eher ab, da man sich hier zu sehr um einen Twist bemüht, zwar nicht den Schauplatz einer heruntergekommenen Nervenklinik vernachlässigt, doch den Konflikt zwischen Gut und Böse letztlich zu unspektakulär abwickelt.
Zu diesem Zeitpunkt hätte es diverser Erklärungen bedurft, um weitere Logikfehler auszuschließen und dem Killer mehr Background zu verleihen, da der Verlauf ausschließlich aus Sicht der potentiellen Opfer geschildert wird.
Dennoch kommt „Amusement“ absolut stilsicher daher, verleugnet zwar nicht diverse Anleihen bekannter Vorbilder, bietet jedoch ein gesundes Maß an gruseligen Szenen und stimmungsvollen Schauplätzen, anstatt auf Gewaltszenen zu beharren.
Wer verstärkt auf eine runde Story mit einleuchtenden Zusammenhängen wert legt, könnte eventuell herbe enttäuscht werden, alle anderen werden sich über diverse Déjà-vu Erlebnisse freuen, die innerhalb der rund 80 Minuten für nette Abwechslung sorgen.
6,5 von 10