Wieder mal ein Thriller, der den Stempel "Heroic- Bloodshed" trägt, aber weit davon entfernt ist. Regisseur dieser mit gewohnter Härte inszinierten Hongkong-Action
ist kein geringerer als der Komiker und mittlerweile zum Characterdarsteller ambitionierte Eric Tsang ("The last Blood", "Infernal Affairs"). Am Anfang macht der Streifen den Eindruck einer typischen Comedy- Action. Denn der ewige Bösewicht Shing Fui On (Gastauftritt!) wird von unseren Protagonisten auf einer Pferdereitveranstaltung bis in die Umkleidekabinen gejagt. Nach seiner Festnahme kennen wir die Darsteller bereits ganz gut: Andy Lau (Draufgänger mit Herz), Tony Leung Chiu- Wai (diesmal ziemlich albern), Philip Chan (Standardrolle als Polizeichef) und Miu Kiu Wai (die Eintagsfliege aus "Twinkle, twinkle Lucky Stars"). Geleitet wird das Team vom erfahrenen Anführer Leung Kar Yan ("Beardy"!)
Die eigentliche Handlung fängt damit an, dass bei einer Razzia in einem Hafen unser Teamchef Geld von einem Gangster annimmt. Damit reitet sich die Gruppe ins nächste Schlamasel und kann auch einer Gerichtsverhandlung nicht mehr aus dem Weg gehen. Unsere "Tigers" stehen weiter unter Verdacht und es bleibt ihnen nichts weiteres übrig, als sich an einen ekelhaften Mob von den Triaden zu wenden. Der nutzt das natürlich schön aus und bringt mit seinen unsauberen Methoden einen von ihnen endgültig ins Grab (Kar Yan hängt sich auf). Der Rest der Ex- Polizisten suchen ihn am Ende auf, um ihn ebenfalls unter die Erde zu bringen.
Soviel zur Geschichte, die viele unnötigen Längen aufweist. Mitten im Film wird auch Tony Leung beseitigt. Zwischen dem kleinen Gangster und den Polizisten kommt es zu vielen Verhandlungen, die aber nie positiv für die ehemaligen Cops enden. All das verursacht beim Zuschauer nach der Hälfte des Films eine gähnende Langweile. Viele Szenen sind zu Dialoglastig und mehr Action will nicht aufkommen. Man wartet vergeblich auf den nächsten Kracher. Trotz der ansehlichen Schauspielerriege
ist der Streifen nur noch ein mittelmässiges Krimidrama, dass nicht so richtig in Fahrt kommen will. Wie man es aus Filmen dieser Sorte kennt, wird hier zuviel geschluchzt bis die Kitschigkeitsgrenze überschritten ist.
Den einzigen Pluspunkt erreicht bei mir "The Tigers" kurz vor dem Ende. Hier sehen wir wieder die typische Action und Tragik, die wir an Hongkongfilmen lieben. Wie ein Underdog stellt sich Andy Lau vor eine Polizeiarmee, um nochmal auf heldenhafte weise abzutreten. Mit der coolnes eines Cowboys fuchtelt Andy mit der Pistole, richtet die Waffe auf seinen Kopf und sagt zum Schluss "goodbye". Dann drückt er ab. Ende.
Für die gute Besetzung und das starke Ende gibt's 5 Punkte.