IN BRUGES
UK, USA 2008 / REGIE Martin McDonagh
Ausgefallenes Werk aus Großbritannien, das Elemente aus Drama, Krimi, Thriller und Komödie stark miteinander verbindet. Die Schönheit Brügges kommt perfekt zur Geltung (wie in einem Märchen), doch mit "Ray", unglaublich grandios verkörpert durch Colin Farrell, wird der Zuschauer mit einem Auftragskiller konfrontiert, der auf diese ganze Stadt absolut gar keinen Bock zu haben scheint.
Diese Einstellung zur Stadt und zur neunen Situation lässt sich Farrell auch in wirklich jeder Mimik und Gestik ablesen. Sie sprachen nahezu Bände. Teilweise konnte ich einfach kaum aufhören zu lachen. Toll! Neben ihm agieren Brendan Gleeson („28 Days Later“), der mit "Ken" einen sehr liebevollen Charakter mimt, Ralph Fiennes (zuletzt in "The Reader" zu sehen), der sowieso nie enttäuschen kann und die süße Clémence Poésy als "Chloë" vor der Kamera.
Diese vier Charaktere finden sich in einem zweifellos witzigen, aber ebenso melancholischen Film wieder, der viel Klasse beweist. Herzerwärmende Aufnahmen von Brügge mit tollem Score von Carter Burwell, köstliche Dialoge, herrliche Situationskomik und ein mehr als überzeugendes Schauspiel. Absolut vergleichbar mit Edgar Wrights "Shaun of the Dead" bzw. "Hot Fuzz" oder Christopher Smiths "Severance".
Mit "In Bruges" gelang Newcomer Martin McDonagh aus meiner Sicht eine kleine Perle, die sich zu meinem kleinen Geheimfavorit moserte. Aus meiner Sicht unbedingt sehenswert! Dabei sollte jedem Zuschauer auch die großartige Musik von Carter Burwell (seinerseits Lieblingskomponist der Coen-Brüder) im Hinterkopf bleiben.
4+ / 5 Sternen