Review

Der deutsche Splatterpapst Olaf Ittenbach gibt nicht auf und haut den Fans den auf Folterhorror basierenden Film „Dard Divorce“ vor den Latz und anders als in vielen seiner früheren Werke, versucht er hier etwas mehr mit einer Handlung zu arbeiten..

Nathalie (Martina Ittenbach) lebt in Trennung von ihrem Mann. Dieser möchte seine beiden Kinder noch einmal sehen, bevor das Sorgerecht vollständig auf Nathalie übergeht. Allerdings kommt es zu unerwarteten Problemen. Tim kommt ohne die Kinder schwer verletzt zurück und stirbt vor Nathalies Augen. Völlig aufgelöst versucht sie bei der Polizei Hilfe zu bekommen, doch die glauben ihr nicht, da die Leiche verschwunden ist. Als wäre dies aber noch nicht genug stehen schon bald einige üble Typen auf ihrer Matte, die etwas haben wollen, was sich Tim unter den Nagel gerissen hat. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

Das ist also Olafs Beitrag zur gerade aktuellen Folterwelle. Die Story klingt auch eigentlich recht gut und vor allem ziemlich komplex für einen Ittenbach Film, nur täuscht leider der Eindruck.

Die Handlung von „Dard Divorce“ ist komplett unlogisch aufgebaut. Das fängt schon mit den Charakterzeichnungen von Nathalie an, die als Alkoholikerin trotzdem das Sorgerecht für die Kinder bekommen soll. Der eigentliche Plot zieht sich über die Laufzeit zu sehr und geht zum Ende hin in einen unbefriedigenden und vor allem öden Schluss über. Naja, von dieser Seite gibt es also keinen Blumentopf zu gewinnen. Aber weshalb schaut man sich einen Ittenbach Film an? Genau, man möchte Blut sehen und hier kann man Blut sehen!

Die Effekte sind gewohnt gut und wegen des eher realistischeren Hintergrunds auch ziemlich hart geworden. Hier und da übertreibt es der gute aber ab und zu. Wenn beispielsweise Nathalie Schläge kassieren muss, wirkt das alles zu überzogen und nur auf Blut aus, so dass dem Film die Ernsthaftigkeit flöten geht und diese Szenen auch eher billig wirken. Wo die Profiecke etwas subtiler vorgeht, kommt hier immer mal wieder der Amateurholzhammer zum Einsatz. So oder so kommen Gorefans aber auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Ansonsten sieht der Film nicht schlecht aus. An Amateurproduktionen erinnert die Produktion jedenfalls nicht bzw. kaum noch. Die Hauptdarsteller spielen solide und nur in wenigen Szenen erkennt man Überbleibsel aus der alten Zeit (Küchenballerszenen: hier ging der Schnitt richtig in die Hose und die Darsteller hätten lieber zu Hause bleiben sollen).

So bleibt als größter Kritikpunkt erneut die Handlung, die in Verbindung mit reichlich Blut immer nur die zweite Geige spielt. Und wenn dann die Geige auch noch verstimmt war, weiß man, dass sich Ittenbach lieber wieder an den guten alten Partystuff machen sollte. Denn wer außer Horrorfans guckt sich denn seine Filme an? Ganz genau! Niemand!

Fazit: Gut produzierter aber leider von der Handlung sehr unausgegorener Film, der Fans in der ungeschnittenen Version dennoch gefallen dürfte.

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