Review

DARD DIVORCE ... endlich hat es unser Olaf geschafft, sich endgültig zu konstituieren ... Nach dem herausragendem LEGION OF THE DEAD, dem schlichtweg brillierenden BEYOND THE LIMITS, einem etwas rückfälligen GARDEN OF LOVE sowie CHAIN REACTION kommt nun das nächste Werk seiner Idealität.

Das Besondere an diesem Film ist, dass er keinerlei visuelle Moral kennt, ob es die exzessiven Gewaltdarstellungen oder die Handlungselemente einem suggerieren - Es ist nicht wie man es aus den heutigen Filmen der "neuen harten Horrorfilmwelle" wie beispw. den meiner Meinung nach viel zu überbewerteten Streifen SAW oder HOSTEL gewohnt ist, nein, dieser Jüngling zeigt wilde, dynamische und kompromisslose Bilder wie es sie oftmals nur in der harten, unverfälschten Realität gibt. Ich wage einmal zu behaupten, dass jeder Regisseur -und ich spreche von der jetzigen Zeit- in Hemmungen versinken würde, müsste er Olaf Ittenbachs Skript filmisch umsetzen - Klar würde es an der Rahmenhandlung nicht scheitern, um sowas in filmische Atmosphäre zu bannen, obschon bei gewissen Folter-Szenerien, welche oftmals über alle vorstellbaren Grenzen gehen, dann doch wohl eher gar nicht so weit gegangen oder gar abgebrochen wird.

Teuflisch gut inszeniert und in seinen 87 Minuten wirklich zur Lakonie gehalten, aber mit einer solch brisanten, schädelzersprengenden Wirkung, dass man noch Tage nach dem Anschauen dieser Splatter-Perle einen intensiven Beigeschmack mit sich einherträgt. Narrativ ist der Film auch sehr gelungen, wie ich finde und dürfte BEYOND THE LIMITS in keinster Weise nachstehen. Was bei letzterem über diesen siegt, ist wohl oder übel die Location, denn wie ich sicherlich nicht zu erwähnen brauche, ist der größte Teil von DARD DIVORCE aufgrund fehlendem Budget in keinem geringeren Haus als dem von Olaf Ittenbach abgefilmt worden - Also back to the Roots (> BLACK PAST, THE BURNING MOON, PREMUTOS), was nicht heißen soll, dass dieser Film darunter zu leiden hatte. Im Gegenteil, man hatte wirklich das Beste aus dem Möglichen herausgeholt und das Resultat kann sich mehr als sehen lassen.

Ich persönlich setzte diesen Streifen immer wieder mit BEYOND THE LIMITS gleich, nicht zuletzt wegen den vielen Parallelen, wie z.B. der Frau, die ihren Mann (in dem Fall Ex-Mann) nicht wieder erkennt, weil er mit der stadtinternen Mafia verkehrt, über die vielen Gangster-Charaktere bis hin zu den Umsetzungen der Splattereffekte, die den Zuschauer meist im Zusammenhang mit sadistischen Folterungen während des gesamten Filmes manchmal unerwartet, manchmal gnadenlos überschütten. Dennoch sehe ich diese bahnbrechende Achterbahnfahrt, wie es sie von Ittenbach vielleicht nie wieder geben wird, als ein separates Kapitel mit Signifikanz im heutigen Sumpfloch des modernen Horrorfilms.

Meckern wird wohl niemand außer der FSK. Der Film hat alles was nötig ist, um ihm unbefristeten Kultstatus zu verleihen. Die Sache ist die: Wenn die Gewalt in einer Sequenz bereits den Kulminationspunkt erklommen hat und man glaubt, dass es gar nicht mehr "schlimmer" gehen kann, macht der Olaf genau das, was sonst nur wenige wagen ... Er lässt seinen Zenit weit hinter sich und pumpt dem winselnden Zuschauer, der die grausame Abhandlung ohnehin schon als Klimax aller Grenzen abtut, eine zusätzliche Trinität Perversion, Gewalt und Gnadenlosigkeit in die visuelle Seele hinein. Mit letzterem möchte ich auf jene Szene verweisen, in der die entführten, in Frischhaltefolie (ja!!!) einwickelten Kinder von dem verrückten Sadisten eisig mit einer Kettensäge in Scheiben zerlegt werden. Die Bilder, die man hier zu sehen bekommt, sind wirklich unerbittlich, phänomenal und ich sage mal fern von menschlicher Moralität und dadurch wieder ein Stück weit näher an unserer kompromisslosen Wirklichkeit, denn in einem gewissen Rahmen findet man wirklich soetwas nur da Draußen in der verstörten Welt. Olaf, weiter so!

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