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Olaf Ittenbach... dieser Name ist vielen ein Begriff, die einen verehren die Filme dieses Mannes, die anderen kriegen schon allein von der Vorstellung einen unangenehm juckenden, eitrigen Ausschlag. Dard Divorce ist sein aktuellster "voller" Film, mit "No Reason" und "Legend Of Hell" stehen jedoch noch in diesem bereits zwei Nachfolgeprojekte ins Haus.

Zunächst einmal muss man sagen, daß der gute Herr Ittenbach was die Optik betrifft ja schon mit seinen letzten Werken immer reifer geworden ist. So ist es wenig verwunderlich, daß auch Dard Divorce von der optischen Qualität her ohne Schwierigkeiten im oberen Drittel der Independent-Produktionen mithalten kann. Grade bei einem relativ ernsten Film wie Dard Divorce, der nicht so eine Partysplatter-Granate wie es der von mir hoch geschätzte "Premutos" ist, hilft das natürlich schon sehr, um die Atmosphäre zu halten, die den Streifen tragen soll.

Leider muss man aber sagen, daß es generell noch zu viele Schwächen gibt, die verhindern, daß der Film zu einem wirklich "ernsthaften" Vertreter wird. Die Story ist Ittenbach-typisch relativ schwach ausgefallen, auch wenn es hier im Vergleich zu älteren Titeln wieder deutliche Steigerungen gibt, stellenweise kommt auch tatsächlich richtige Spannung auf, die allerdings von anderen Punkten (warum zum Geier taucht ein Killer nach dem anderen auf und immer schön pünktlich, genau dann wenn dessen Geschichte gerade beendet ist?) leider wieder etwas negiert wird. Was jedoch gut zu gefallen wusste, was die wunderbar friedliche Musik während diverser derber Schlachtsequenzen - dieser Zynismus muss einem fast schon ein Grinsen ins Gesicht treiben.

Die Darsteller sind ebenfalls, wie von Ittenbach gewohnt, eher im Independent-Bereich anzusiedeln, wobei die meisten von ihnen ihre Sache dafür aber recht gut machen. Natürlich fehlt es an Professionalität, aber wer zu einem Film des Fürstenfeldbruckers greift, weiß auch von vornherein, was ihn in dieser Hinsicht erwarten wird. Leider muss ich sagen, daß gerade Martina Ittenbach in der Hauptrolle stellenweise besonders bemüht wirkte.

Nun zu dem, was einen solchen Film ausmacht: Es matscht und pampt wieder ordentlich, so viel steht fest. Die Goreeffekte sind gewohnt gut umgesetzt und von einer Härte durchzogen, die der Fan mit dem Namen des Regisseurs verbindet. Was ich persönlich jedoch ein bisschen Schade finde, ist daß hier zu sehr auf den "Torture-Porn"-Zug aufgesprungen wird und die markanten Szenen erst nach einem recht langen Intro zum tragen kommen.

Fazit:
Dard Divorce ist wieder ein Ittenbachstreifen, wie man ihn kennt und mag (oder eben auch nicht). Ich persönlich finde zwar, daß das trashige, was seine alten Filme ausgemacht hat, Ittenbach besser zu Gesicht stand, dennoch wird man als Fan seiner Filme auch hier vermutlich nicht enttäuscht werden.

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