Lernen wir heute mal ein neues mystisches Wesen kennen: Den Kurupi.
Den gibt es wohl irgendwo zwischen Argentinien, Paraguay, Brasilien und Bolivien. Seine Erscheinung ist klein und hässlich, ursprünglich sollte er Wald und Tiere beschützen, doch aufgrund seines Gliedes, welches er aufgrund der unfassbaren Länge um den Bauch gewickelt hat, gilt er Sexkiller und Entführer junger Damen.
Klingt also nach einer interessanten Geschichte, doch selbige präsentiert uns die meiste Zeit über ein lahmes Cop-Drama ohne Identifikationsfigur, um erst in den letzten Minuten zum Monster-Trash überzugehen.
Einen Sympathieträger kann man sich hier abschminken, denn Cop Sean Fallon (James Horan) ist die meiste Zeit damit beschäftigt, sich Schnaps und Dirnen hinzugeben, Waffenschieberei zu betreiben und alle Nase lang zu fluchen.
Es gibt zweifelsohne böse Polizisten, die einem zumindest moralisch noch integer erscheinen, doch bei diesem Knaben ist von vornherein keine positive Entwicklung abzusehen.
Kaum besser ist es um die meist namenlosen Opfer bestellt, deren Ableben zu keiner Zeit gezeigt wird, sondern grundlegend im Off stattfindet, denn ansonsten müsste man ja zeigen, wie ein Riesenglied in eine Frau eindringt, dabei die Gebärmutter durchbohrt und aus dem Bauchnabel wieder heraustritt, - zumindest gibt es kürzere Blicke auf Leichen und zum Finale noch etwas Hirn und Eingeweide und sogar einen zerschossenen Kopf mittels Großkaliber-Gewehr.
Bis dahin ist es jedoch ein verflucht anstrengender Weg, da das südamerikanische Fabelwesen erst nach einer Stunde in Erscheinung tritt. Solange begleiten wir Fallon in diverse dreckige Clubs, auf den Straßenstrich, im Umgang mit einem windigen Zwischenhändler, beim ewigen Streit mit seinem Partner und einige Male in der Pathologie.
Phasenweise kommt ein Minimum an Giallo-Feeling auf, da die düsteren Locations und die finsteren Gesellen nichts positives verheißen, doch mit Unterstützung des trancemäßigen Scores und der unnötigen Zugabe kurzer Softsex-Szenen wird jeder Anflug von Unterhaltung im Keim erstickt.
Hinzu kommen eine miese Tonabmischung mit viel zu leisen Dialogen, eine dilettantische Synchro und das gemächliche Erzähltempo, welches erst gar nicht versucht, Szenen mit Bewegung unterzubringen.
Jene kommt erst während der letzten Minuten ein wenig auf, als man sich in die Höhle des Löwen, in eine große Fabrikhalle traut und Lance Henriksen im und mit dem Rollstuhl Pfeile auf das Vieh abfeuert.
Da wechselt während des Showdowns mal soeben das Genre, wobei das Monster reichlich an die billigen Latexverpackungen der Achtziger erinnert, denn auch hier hat sich ein Typ in einen Ganzkörperanzug geschoben, was entsprechend billig aussieht.
„Dying God“ versagt somit auf ganzer Linie, fällt selbst innerhalb der Monster-Action nicht positiv auf und weiß auch darstellerisch einzig mit einem funktionierenden Henriksen zu überzeugen. Alles davor ist quälend inhaltsloser Quark ohne Substanz und eindimensionalen Figuren ohne Hintergrund und Charisma.
Bleibt zu hoffen, dass sich mal jemand traut, den Kurupi in voller Aktion zu zeigen, dann wäre zumindest mal etwas Porn-Trash drin, doch bei dieser Nummer ist von vornherein Hopfen und Malz verloren.
2,5 von 10