"Im Herzen der Menschen existiert eine Krankheit. Ihr Symptom ist Zorn. Ihr Symptom ist Wut. Ihr Symptom ist Krieg."
Um diesen Auswirkungen entgegen zu wirken, gibt es in Kurt Wimmers düsterer Zukunftsvision nach dem 3. Weltkrieg eine Droge die sämtliche Emotionen der Menschen auf ein Minimum reduziert, und eine spezielle Polizei, die diejenigen aufspürt die sich der Einnahme wiedersetzen.
"Equlibrium" bedeutet so viel wie Ruhezustand oder Gleichgewicht und deutet damit auf den Gemütszustand der Menschen und somit Hauptthema und -„Problem“ des Filmes hin.
Für die Darstellung nutzt Kurt Wimmer viele religiöse Symbole und Vorlagen aus dem Nationalsozialismus. Allein die Flagge erinnert bereits an die einstig verwendete Deutsche aus den Reichstagen. Hinzu kommt eine gottähnliche Führungsfigur, die alle als "Vater" oder auch mal "Führer" bezeichnen. Die totalitäre Struktur macht jeden Menschen zu einem Instrument des Staates selbst, und lässt keinerlei Freiheiten mehr zu. Dies soll der Verhinderung eines 4. Weltkrieges dienen und funktioniert an sich sehr gut. Der Mensch an sich wird allerdings in Käfighaltung versetzt was aus unserer heutigen Sicht Anlass zur Gesellschaftskritik und philosophischen Aspekten gibt. Mal davon abgesehen ist kein wirklicher Frieden vorhanden, denn eine rebellische Untergrundbewegung widersetzt sich der Einnahme der gefühlshemmenden Droge.
Am obigen Absatz vernimmt man, dass "Equlibrium" ein eher anspruchsvoller Film ist, der viele Ansätze zum nachdenken vorgibt. Es gibt aber noch viel mehr.
Selbstverständlich kommt es bei der Jagd nach den Rebellen immer wieder zu Schießeren und Nahkämpfen. Die resultierenden Actionszenen sind, vorsichtig ausgedrückt, atemberaubend und können sich mit "Matrix" anlegen. Schnelle Schnitte, irre Stunts, Spielereien mit Licht und Dunkelheit und auch mal der Mut etwas mehr Härte zu zeigen geben stilistisch gesehen sehr viel her.
Natürlich sind diese Szenen nicht ganz so spektakulär und häufig wie im genannten Genreprimus, dies lässt aber mehr Platz für Story und Charaktere.
Christian Bale legte zu diesem Zeitpunkt als John Preston seine schauspielerische Glanzleistung hin. Mittlerweile hat er in anderen Filmen aber schon gezeigt, dass da noch eine Menge mehr geht. Neben ihm verblassen die weiteren Schauspieler ein wenig. Trotzdem bauen alle ihre Charaktere soweit es die Handlung zulässt aus.
Viele Schauspieler erkennt man erst beim zweiten hinsehen. Da wäre Emily Watson (The Proposition) als "Sinnestäterin" Mary O'Brien die für feuchte Augen sorgen mag, Angus Macfadyen (SAW 3 + 4, Braveheart) als exzentrischer Dupont, Sean Bean (Herr der Ringe) als John Prestons anfänglicher Partner und William Fichtner, der aus einigen Bruckheimer Filmen bekannt ist.
Die von Hans Zimmer komponierte, orchestrale Musik unterstreicht die Atmosphäre sehr positiv.
Die Umgebungen sind sehr steril gehalten, was den emotionslosen Eindruck verstärkt, Computereffekte passen sich hierbei an und halten sich größtenteils zurück.
Überaschende Wendungen in der Story sorgen für Abwechslung.
Der Schluss war meiner Meinung nach leider etwas zu abrupt.
"Equlibrium" ist als gelungener Gehimtipp zu sehen, der mit seiner Bildästhetik, toller Atmosphäre und furiosen Fights eine Zukunftvision zum drüber nachdenken und spekulieren präsentiert.
8 / 10