Nach The Last Man On Earth(1964), Soy Leyenda (1967) und I Am Omega (2007) liefert uns Francis Lawrence die (mindestens) vierte Verflimung des Bestsellers von Richard Matheson.
Warnung: Der folgende Text kann Spoiler enthalten, wer sich noch überraschen lassen möchte, sollte maximal das Fazit lesen.
Inhalt:
2009 scheint die medizinische Forschung einen spektakulären Durchbruch geschaft zu haben, ein umprogrammiertes Virus heilt scheinbar Krebs.
2012 ist Manhatten, der Ort an dem das Virus zuerst eingesetzt wurde, verlassen, wie der Rest der Welt. 90% der Weltbevölkerung sind an dem mutierten Virus gestorben, fast der ganze Rest zu "Nachtsuchern" mutiert.
Dr. Robert Neville ist der Mann, in den die Menschen vor 3 Jahren die Hoffnung gesetzt haben, den Virus zu besiegen.
Er lebt als einziger noch gesunder Bewohner in Manhatten und forscht in seinem Keller weiter an der Heliung des Virus.
Atmosphäre und Film:
Die ersten Bilder sind wirklich sehr ansehnlich.
New York, das einer Steppe ähnelt, verlassen und von der Natur langsam zurück erobert, sieht sehr gut aus, und vermittelt dem Zuschauer sehr gut die Situation in der Will Smith/Robert Neville sich befindet.
Als sich kurze Zeit später der Hund in ein dunkles Gebäude verirrt, und Will Smith ihm folgt, schaltet das Bild auf Handkamera um.
Die Bilder wirken sehr dicht, die Anspannung des Charakters geht auf den Zuschauer über, und die ersten Bilder der "Nachtsucher" sind auch nicht uninterssant.
Leider kann sich diese Qualität nur etwa 60 Minuten halten, bevor man das Gefühl bekommt, jemand mit Geld kam zum Regisseur und hat verlangt, nun etwas mehr im üblichen Holywoodturnus zu filmen. Schade.
Mit dem Tempo ist es dagegen eher andersrum, die erste Hälfte bietet viele Längen, in der Einstellungen aufs Unerträgliche in die Länge gezogen werden, Mr. Smith sich selbst in Szene setzen muss, oder sich Einiges schlichtweg wiederholt.
Ansonsten nimmt man Will Smith die Darstellung des Dr. Robert Neville, der seine Familie verloren hat, und sein Leben und seine Obsession auf die Bekämpfung des Virus ausgerichtet hat, durchaus ab.
Hingegen stören die CGI und Kinetics der "Nachtsucher" etwas die Optik des Filmes, man fühlt sich sehr an I-Robot erinnert.
Zum Ende hin wird der Film dann wirklich enttäuschend:
Die Sozialisierung der "Nachtsucher" wird nur angedeutet, die Zwiespältigkeit des Handels des Dr. Neville ebenso.
Ich zweifle daran, dass dem Durchschnittskinobesuchers das überhaupt auffällt.
Zudem finden wir uns an dieser Stelle sofort in Holywood wieder.
Das Ende weicht 100% vom Buch ab, und wirkt einfach zu typisch für Hoylwood. Schade!.
Fazit:
Der Film als eigenständiger, unabhängiger Film bietet solide Unterhaltung mit ein paar Längen und wenigen Logikfehlern sowie teilweise beeindruckenden Bildern.
Das wären etwa 6.5 / 10 Punkten.
Allerdings muss sich ein Film, der als Verfilmung eines Bestsellers wirbt, sich Vergleiche mit dem Buch gefallen lassen.
Und an diesem Punkt verliert der Film total.
Das Ende des Buches ist toll und ungewöhlich, Dinge wie die "Monströsität des Menschen" und "Norm ist der Standard der Mehrheit" sind vorher in der Literatur wenig aufgetaucht, und seit dem auch eher die Randerscheinung, in einer vom Happy End Mainstream geprägten Unterhaltungsgesellschaft.
Im Film finden wir diese Ansätze kaum bis gar nicht.
Selbst das namensgebende Zitat "I am Legend" wird umgedreht und verliert eigentlich seine Bedeutung.
Als Verfilmung eine 2.5 / 10.
Im Ganzen bin ich geneigt, eine 6 von 10 zu vergeben.
Allerdings nur unter dem Aspekt, dass wir annehmen, der Titel ist einfach falsch gewählt.
Schade, aus dem Stoff kann man mehr machen.