Der letzte Mensch auf Erden ist nicht allein.
So wirbt der Trailer des Films I am Legend. Und tatsächlich, es stimmt: Denn er hat noch seinen Schäferhund, jede Menge Schaufensterpuppen... und mutierte Menschen als Nachbarn.
Der Film kommt schnell zur Sache. Das Fernsehen zeigt ein Interview mit einer Wissenschaftlerin, die erklärt, dass ein Heilmittel gegen Krebs gefunden wurde. Schwarzbild. Drei Jahre später. New York ist verlassen, die Straßen sind überwuchert mit Gras, alles wirkt verdreckt. Ein einzelnes Auto düst durch die Straßen New Yorks, darin unser Haupprotagonist Will Smith alias Robert Neville auf der Jagd auf eine Herde Rehe. Als er sich nach verlassen des Autos an eines heran pirscht kommt *knall* *rumms* ein Löwe dazwischen und reißt das Reh. Da der Löwe seine ganze Familie im Anhang hat belässt unser "Held" es dabei und zieht sich zurück. "I am Legend"...
Zuerst sei gesagt, dass noch eine Vielzahl weitere Schock- und Kracheffekte folgen. Hin und wieder hat die gesamte Sitzreihe gewackelt, da sich irgendeiner meiner Nachbarn nicht zurückhalten konnte. An einigen stellen habe ich es ihnen gleich getan. Wer also allergisch auf solche Effekte reagiert, sollte doch auf den DVD Release warten und ihn sich bei Tageslicht zu gemüte führen, wobei dann natürlich die Atmoshäre bei weitem nicht so erdrückend wirkt.
Die Darstellung ist herausragend. Ähnlich wie bei 28 days later wird eine verlassene Stadt voller Unrat, Schmutz und Einsamkeit gezeigt. Hinzu kommt, dass sich die Natur die Stadt zurück erobert hat. Die mutierten Menschen und Hunde wirken sehr bedrohlich und erschreckend.
Es wird eine Spannung erzeugt, wie ich sie in letzter Zeit nur selten gesehen habe. Anfangs eher durch Ruhe und Dunkelheit erzeugt, wandelt sie sich später durch den Konflikt mit den Mutanten und die immer schlimmer werdende Hoffnungslosigkeit.
Die Charakterdarstellung ist, bis auf ein paar Ausnahmen, realistisch dargestellt. Wo Anfangs noch ein wenig Gelassenheit gezeigt wird, kommt später Furcht, Angst und Verzweiflung durch die Mutanten und die Suche nach Überlebenden hinzu, bis zu völligen Ausrastern. Für den letzten Menschen in Einsamkeit und einer gefährlichen Umgebung sehr glaubwürdig. Und trotzdem ich Will Smith nicht so gerne sehe, muss ich seine Leistung für diese Herausforderung und Umsetzung beachten.
Das häufig kritisierte und angeblich pathetische Ende ist meiner Meinung sehr passend und lässt ein wenig Raum für eigene Überlegungen, ob es denn nun ein Happy End ist oder nicht.
Ein paar Schwächen zeigt das Filmereigniss. Gerade anfangs kann es je nach Erwartung ein paar Kaugummiphasen geben. Auch die Rückblenden hätten ein wenig mehr Information geben können, wie es denn überhaupt zu der schnellen Ausbreitung kam, bzw. wie die Menschen übereinander herfielen. Vermutlich wollte man sich aber in der Darstellung der Brutalität etwas zurück halten und sich großteils auf Grusel und Suspense, im Stile von Signs, beschränken. Die unverblühmte Darstellung gibt es schließlich schon in der 28-Reihe.
Im Endeffekt das erste große Kinohighlight diesen Jahres. Viel Atmosphäre, viel Spannnung, gute und nicht überladene Effekte und eine sehr gute Darstellung.
8 / 10