Review

Werbung für den französischen Film

Für Fans von „Filth“, „American Psycho“, „Fight Club“, „Fear & Loathing Las Vegas“ oder „Trainspotting“ kommt dieser ungeniert-schmutzige Geheimtipp der französischen 00er: „39,90“ taucht bissig-augenzwinkernd ein in das wilde Leben und das bizarre Denken eines erfolgreichen Werbe“künstlers“ - samt all seiner perversen Verfehlungen, Ansichten und Eskapaden… 

French Psycho

Was für ein fieses Filmchen… Dujardin voll in seinem Element, irgendwo zwischen Tagträumer, Modebeau und Nerd. Manchmal sieht er eher wie Daniel Küblböck als er selbst aus. Ungemütlich, verstrahlt, Oberschicht in ihrer eigenen Welt. Sehr europäisch, sehr bissig, sehr unverschämt. Und genau das ist gut! Komisch, warum Hollywood hier noch nicht längst auf den Remakezug aufgesprungen ist. Womöglich (erst recht im heutigen Klima) zu schwierig und politisch böse. Jedoch für meinen Geschmack die liebste Art von Schmierentheater. Versaut, jeder bekommt Fett weg, hat nicht sonderlich viel oder Neues zu sagen, doch das was er betont und macht, geschieht mit Schmackes. Unüberlegt und stylisch ohne Ende. Fast surreal, immer kreativ, audiovisuell ein Trip. In Sachen Kurzweiligkeit und Mittelfinger schon a la bonne heure! Mehr als sein Preisschild wert. Ehrlich, bitter, böse. Gegen Ende mogelt er sich etwas raus, aber man bleibt definitiv bis zum letzten Wort des Abspanns sitzen. Zwischen frech, frei und genial. 

Die alltägliche Matrix

Fazit: dreckig, düster, dynamisch, dystopisch… Ein psychedelischer Sprung in das Gehirn eines eitlen Werbegenies. Unverschämt unterschätzte Satire. War seiner Zeit voraus. Nicht allzu viel mehr Schein als Sein. 

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