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Naturkatastrophenfilme waren nicht erst in den 90ern der Renner unter den Kino-Blockbustern. Dank der weiterentwickelten Möglichkeiten auf dem Gebiet der Tricktechnik sahen sie auch alle - zumindest damals - durchweg schick aus und sorgten durchweg für offene Münder. Wenn es einen typischen Vertreter dieser Epoche gibt, dann „Twister". Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass der Film als Referenz galt auf dem damals neuen Medium DVD, denn gerade im tonalen Bereich lässt es Regisseur de Bont ordentlich krachen.

Heute - nach über einem Jahrzehnt - sieht man allerdings deutlich, welche Qualitäten von solchen Filmen noch übrig geblieben sind, und damit meine ich nicht nur, dass heute am Computer die Tricktechniker zu weiteren Höchstformen auflaufen können. Diese fast schon charmant anmutende Antiquiertheit würde ich dem Film aber noch nachsehen, streckenweise sieht man die digitalen Helferlein ganz schön.

In „Twister" findet man im Grunde all die Unzulänglichkeiten, die man auch von anderen Katastrophenfilme aus der zweiten Reihe kennt: Ein schwaches da vorsehbares Drehbuch und auch die Schauspieler können nicht überzeugen. Dabei ist es ja ganz nett, dass man mit einer Dreiecks-Beziehungskiste versucht, die ganze Geschichte etwas aufzupeppen, doch die ständigen Fetzereien zwischen Wirbelsturmforscher Bill Harding, seiner neuen Flamme Reeves und seine Noch-Ehefrau und Mitarbeiterin JoAnne - alle zusammen auf den Spuren eines Megatornados - sind wenig amüsant und zerren an den Nerven der Zuschauer. Dazu passend das ständige Gelaber im Forscherteam, welches wohl die Hektik bei der Tornadohatz noch unterstreichen sollte. Geradezu lächerlich dazu noch, dass Reeves als ausgebildete Psychologin im tiefsten Sturmtief per Handy Patienten bei der Entbindung unterstützt, peinlicher geht's bald gar nicht mehr (Reeves ins Telefon: „Kühe! Hier fliegen Kühe rum!").

Wer auf Katastrophenfilme immer noch abfährt, kann sich diesen Film auch heute noch reinziehen, läuft ja auch oft genug im Fernsehen. Ansonsten bleibt festzustellen: Trotz maximaler Windstärke eher ein laues Lüftchen. Geht so.

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