Review

Bill Paxton spielt einen Wetterforscher, der zu seiner Noch-Ehefrau, gespielt von Helen Hunt, fährt, um sich von dieser scheiden zu lassen. Sie ist jedoch gerade mit Forschungsarbeiten beschäftigt und versucht mit einer neuen Technik noch mehr über Tornados herauszufinden. Paxton beschließt mit auf Tornado-Jagd zu gehen, bis die beiden schließlich einem der stärksten Tornados der letzten Jahre ins Auge blicken müssen.

"Twister" ist ein absolut typischer Katastrophenfilm, der sich lediglich durch das hohe Budget von anderen, billigen TV-Katastrophenfilmen unterscheidet. Die Story ist dabei eher schwach. Die Charakterkonstruktion ist komplett klischeehaft und das andauernde Beziehungsfiasko zwischen Paxton und Hunt, dass sich absolut gradlinig und vorhersehbar auf das Ende zu bewegt, stört die ganze Zeit über und wirkt aufgesetzt. Die Wendungen sind größtenteils vorhersehbar, da auch bei der Handlung auf keinerlei Stereotypen verzichtet wurde, so spürt man als Zuschauer die ganze Zeit über, ob und wie sich "Twister" auf sein Finale zu bewegen wird. Stellenweise gibt es ein paar interessante Informationen zu Tornados, aber im Großen und Ganzen bleibt der Film auch hier eher flach.

Dennoch ist "Twister" durchaus ein überdurchschnittlicher und unterhaltsamer Katastrophenfilm, da er bei dem hohen Budget durch exzellente Spezial-Effekte beeindrucken kann und durch den hohen Schauwert bestens unterhält. Die Wirbelstürme sehen echt aus und die Zerstörung, die sie anrichten, wird ebenfalls sehr gut veranschaulicht. Mit hervorragenden Aufnahmen und Perspektiven zerstörter Landschaften und gefährlicher Wirbelstürme, lässt sich die schwache Story teilweise durchaus verschmerzen. Die Filmmusik stimmt ebenfalls und zusammen mit dem hohen Erzähltempo und einem Ansatz von Humor und Romantik ist "Twister" damit ein gelungener Blockbuster, der nicht umsonst über 240 Millionen Dollar einspielen konnte. Wie schon bei seinem Regie-Debüt "Speed" baut Regisseur Jan de Bont, der alles in allem gute Arbeit leistet, auch bei "Twister" zum Ende hin eine gespannte Atmosphäre auf, zumal sich die unberechenbaren und gefährlichen Tornados perfekt dazu eigenen. Das Finale, bei dem die Spezial-Effekte und das Tempo ihren Höhepunkt erreichen und der Spannungsbogen stark gespannt wird, ist "Twister" schließlich richtig spannend und fesselnd und wird damit gelungen beendet, aber bei einer gelungen Viertelstunde und einem ansonsten soliden Katastrophenfilm kommt "Twister" nicht sonderlich weit über das Mittelmaß hinaus.

Zuletzt sind es auch die guten Darsteller, die "Twister" von diversen billigen TV-Katastrophenfilmen unterscheiden. Bill Paxton spielt solide und darf nach "Terminator" und "Predator 2" mal wieder als Action-Darsteller brillieren und überzeugt erneut als wagemutiger und harter Charakter. Bei den emotionalen Szenen, besonders bei den Liebes-Szenen, wirkt er leicht überfordert, leistet dafür aber bei den Action-Szenen umso bessere Arbeit. Helen Hunt, die in ihrer letzen Rolle vor ihrem endgültigen Durchbruch und ihrem Oscar-Gewinn mit "Besser geht's nicht" zu sehen ist, läuft zu Hochform auf. Mit ihrer sympathischen, charmanten und dennoch selbstsicheren Art passt sie hervorragend in die Rolle der mutigen und engagierten Wissenschaftlerin, in der sie eine perfekte Leistung abliefert und durch eine hohe Leinwandpräsenz positiv auffällt. Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman kann in seiner Nebenrolle ebenfalls überzeugen und ist vor allem für die amüsanten Momente zuständig, mit denen er den ernsten Film ein wenig auflockert.

Fazit:
Auch wenn die Story kein Klischee auslässt und die Handlung überaus vorhersehbar ist, ist "Twister" ein gelungener Katastrophenfilm, der vor allem durch seine starken Spezial-Effekte, seine gespannte Atmosphäre, sein furioses Finale und seine starken Darsteller überzeugen kann.

72%

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