You Spin Me Right Round, Baby, Right Round
Slasher. Time Travel. Found Footage. Highschoolcomedies. Und eben Katastrophenfilme. Das sind meine fünf liebsten Subgenres, würde ich meist behaupten. Und in Letzterem hat mich ohne Frage Jan De Bonts „Twister“ im zarten Alter von 8 Jahren 1996 enorm verstört, fasziniert, geprägt. Dabei ist’s sicher kein einwandfreier Qualitätsfilm, nichtmal ein Meisterwerk seines Fachs. Und dennoch glasklar ein Guilty Pleasure von mir in der Rubrik „Der Natur wird kein Mensch Herr“. Wir folgen einem zerstrittenen Ehepaar, das in Sachen Tornadoforschung führend ist und ganz neue Technologien entwickelt hat, die womöglich nicht nur mächtige Wirbelstürme früh genug vorhersagen, sondern in Zukunft diesen sogar überwinden könnten…
Cownado
Katastrophenfilme boomten in den 90s, meiner Jugend. Vielleicht ist das bis heute einer der Gründe, warum ich ihnen meist überdurchschnittlich wohlwollend gegenüberstehe. Und zusammen mit „Independence Day“, „Daylight“ und „Deep Impact“ steht für mich „Twister“ exemplarisch und positiv für diese verrückte Kinozeit, in der vor allem Computereffekte rennen lernten. Aber auch wenn CGI in „Twister“ immer im Mittelpunkt stehen wird und damals angsteinflössend gut aussah - für mich funktioniert er auch als flotter Film immer wieder ganz hervorragend. Wie meine gestrige Sichtung einmal mehr beweist. Ich wünschte heute hätten die Effektkünstler die Zeit und das Budget, was ein „Twister“ damals hatte. Wer weiß, was dann alles möglich wäre. Leider ist das Gegenteil der Fall und aktuell sieht einfach unverschämt viel schlampig und gehetzt aus. Selbst/Besonders in großen Franchises wie dem MCU. Aber was gefällt mir noch an „Twister“ außer seinen wilden Windhosen aus den damaligen Supercomputern der Traumfabrik? Das dümmlich-trashige Drehbuch kann es im Grunde ja nicht sein… Bill Paxton z.B. ist immer einen Eintritt wert. Erst recht wenn er hier seine Chemie mit Helen Hunt zeigt. Da sprühen die Funken, trotz Shitwetter. Außerdem ist auch die Soundkulisse gewaltig und noch immer Vorzeigematerial für viele Heimkinos. Da halten sich selbst die Nachbarn am Küchentisch fest! Desweiteren tut es immer gut kurzweilig zu spüren, dass damals noch nicht jeder Blockbuster über zwei Stunden gehen musste. Die Lovestory ist käsig, aber süß. Es gibt viele bekannte Gesichter nebenbei. Stürme sahen und fühlten sich selten mächtiger und bedrohlicher an. Bis heute. Es wird sich trotz massiv viel Tod und Zerstörung eine gewisse Leichtigkeit erhalten. Und das gesamte Erlebnis ist einfach pur, liebenswert und macht auf stupide Weise Bock auf Wissenschaft, Risiko, Outdoors. Vielleicht sogar die Ex-Frau. Und das ist mehr als man anfangs meint zu bekommen!
Fazit: für Fans von Katastrophen- und 90s-Action-Filmen oder alle, die in die Computereffektbranche wollen, ist „Twister“ ein toller Ritt!