Das ist wirklich Trash in Reinkultur! Okay, auch die älteren Sindbad-Verfilmungen sind aufgrund der putzigen Stop-Motion-Tricks (zumeist von Ray Harryhausen) und billigen Ausstattung ebenfalls als Trash zu bezeichnen, doch diese Version aus dem Jahr 1989 setzt in punkto Trash-Faktor noch ein paar Schippen drauf. Denn hier sind die billigen Effekte noch das geringste Problem, das geht alles im Rahmen des Genres durchaus in Ordnung (selbst die maßlos überzogene Darstellung des Bösewichts Jaffar und die nicht vorhandenen Schauspielkünste von "Hulk"-Darsteller Lou Ferringo kann man bei einer solchen Billigproduktion noch durchaus tolerieren) - es sind andere Dinge, die das Machwerk vollends ins Lächerliche ziehen...
Wobei lächerlich oft gar kein Ausdruck ist, die meiste Zeit wirkt "Sindbad, Herr der sieben Meere" wie eine Parodie auf einen Fantasy-Abenteuerfilm! Fast alles ist unfreiwillig komisch (denn die krampfhaft auf witzig getrimmten Sprüche sind genau das, was eben nicht witzig rüberkommt): das fängt schon bei der peinlichen Einleitung an (eine Mutter liest in bester Betthupferl-Manier ihrem Kind das Sindbad-Märchen vor - bei diesen Dialogen muss sich schon zum ersten Mal an den Kopf fassen). Danach sind es vor allem die flapsigen Dialoge, bei denen der Drehbuchautor offenbar vergessen hatte, dass der Film nicht in der heutigen Zeit spielt... denn wenn in einem Orient-Abenteuerfilm Wörter wie "Wow", "Scheiße", "Gehirnwäsche" oder "Medikament" oder Sätze wie "Hey Mann" und "Tritt ihm in die Eier" verwendet werden, dann ist das schon mehr als lachhaft. Allerdings glaub ich nicht, dass das so gedacht war...
Ihr übriges tut die 80er-Jahre-Synthesizer-Mucke, die zwar nett anzuhören ist, aber so was von dermaßen fehl am Platz ist.
Lediglich die hübsche (wenn auch billige) Ausstattung und ein paar nette Einfälle retten den Streifen grad noch vor der Totalpleite (sprich: 1/10-Bewertung).