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Es ist kein sonderlich glorreiches Unterfangen, einem Beitrag des Tierhorrors einen so reißerischen Titel zu geben und letztlich nichts anderes als einen Dschungeltrip zu präsentieren, der unter latenter Ereignisarmut leidet.
Trotz thailändischer Naturkulisse und F. Murray Abraham will die Sache bis zuletzt nicht recht zünden.

Völlig zurecht wurden in den vergangenen Jahren Thesen rar, wonach Wissenschaftler, insbesondere Anthropologen behaupteten, ein völlig unerforschtes Stück Natur entdeckt zu haben und damit verbunden, eine neue Spezies, wie in diesem Fall der große Affe.
Nachdem der erste Teil der Expedition um Professor Hamilton (Abraham) zur Katastrophe mit mehreren Toten geriet, wird eine Studentengruppe um Seth unter einem Vorwand in den Dschungel gelockt, um Hamilton bei seinen Erforschungen zu unterstützen. Noch ahnen sie nicht, welcher Gefahr sie der größenwahnsinnige Wissenschaftler mit seiner Geheimniskrämerei aussetzt.

Und da haben wir sie wieder, die halbwegs bunte Truppe, die aus drei Frauen und drei Typen besteht, von denen sich einer als stiller Held herauskristallisiert, einer die Rolle des penetranten Albernen übernimmt, einer der ängstliche Brillenträger ist und eine mit dem Camcorder fuchtelt und die anderen motiviert.
Auf Seite der „Bösen“ befindet sich neben dem verschlagenen Wissenschaftler noch eine Einheimische mit Hang zum Sadismus und militärischen Verhaltensweisen, was den jungen Leuten stark zu schaffen macht, später gar teilweise das Leben kostet.
Leider sieht man von den Affen weit und breit nichts.

Da kündigt sich mal ein Huschen an, hier und da fallen massenweise Blätter von den Bäumen und ein Schnauben ist auch zu vernehmen, doch zunächst werden die Opfer lediglich aus dem Bild gezogen, während die Egoperspektive der Kreaturen per verengter Linse und leichtem Rotfilter verdeutlicht werden soll.
Tempomäßig stimmt´s hier überhaupt nicht, - das Ganze wirkt wie gemächlicher Abenteuerurlaub, selbst die Schlangen bleiben am Rande und auch ein Abstieg an Seilen gerät nahezu spannungsfrei.

Zwar ist man voll auf Seiten der Studenten und entwickelt rasch eine Antipathie gegenüber Prof und Gehilfin, doch die zeigen, als sie die Pläne des Unheilvollen durchschaut haben, zu wenig Engagement, um aus der Sache heil herauszukommen, - deshalb wird die Gruppe konsequent dezimiert, wobei die Bluteffekte im Verlauf minimal verbessert werden, mit abgeschabter Gesichtshälfte und Arm ab. Doch auch gegen Ende herrscht ein deutlicher Mangel an Bewegung, obgleich sich die letzten Überlebenden über diverse Hindernisse und die Dunkelheit einer Höhle hinwegsetzen müssen.

Eher lustig sind die Fähigkeiten, die man den Riesenaffen insgesamt andichtet. Die können ein Camp sauber abräumen, die vorher umwickelten Stofffetzen als Wegmarkierung allesamt einsammeln und sie zu einem Muster an der Decke anordnen und letztlich können sie auch Fallen bauen, die Tarzan die Tränen in die Augen getrieben hätten, so mit Auslösemechanismus und tödlich gespannter Waffe.
Als man ganz am Ende, in den allerletzten Einstellungen kurz in das Antlitz der sonderbaren Spezies blickt, fällt all dies zu glauben schwer.

Wenn sich die Natur laut Aussage des Professors an der Stelle nicht weiterentwickelt hat, so trifft dies leider auch auf das Sujet in Sachen Innovation und Pfiffigkeit zu.
Mal abgesehen von den harmlosen bis gar nicht vorhandenen Einsätzen der mordenden Tiere kommt das Geschehen nur schleppend voran, Atmosphäre kommt dabei kaum auf und spannende Szenen sind rar gesät.
Das wirkt kaum bedrohlicher als ein Kapuzineraffe auf Erkundungstour.
3,5 von 10

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