Review

„Werner – Beinhart“ ist nicht nur der erste, sondern auch mit Abstand der beste Film über Brösels knollennasige Comicchaoten.
Auf eine echte Storyline wurde allerdings verzichtet, vielmehr bilden Realfilmszenen um Brösel (oder wie er eigentlich heißt: Rötger Feldmann), der sich selbst spielt, die Rahmenhandlung. Die ist banal und verarscht Märchen, aber taugt (bzw. taucht, um mit Brösel zu sprechen) als Folie für die Zeichentrickszenen, die immer wieder eingestreut werden und meist irgendwelche Highlights aus den „Werner“-Comics auf die Leinwand bringen.
Kann ein dermaßen dünnes Konzept funktionieren? Ja, im Gegensatz zu den komplett gezeichneten Nachfolgern. Zumal die Rahmenhandlung trotz aller Blödheit hat und ein paar ganz amüsante Flachwitze produziert (z.B. das Zeichnen mit Hilfe des Teers aus dem Raucherbein).

Doch Herzstück des Films sind klar die gezeichneten Szenen und da hilft die episodenhafte Form von „Werner – Beinhart“. Denn so kann Brösel einfach möglichst amüsante Stellen einbauen und muss sich nicht darum scheren, ob sie in die Handlung passen. Tatsächlich sind viele der Episoden auch urkomisch, vor allem natürlich das legendäre Fußballspiel bei dem Werner einfach einen Fußball auf den Markt schmeißt und die angerichtete Verwüstung wie ein Kommentar besabbelt. Meist kann man bei den Gags wirklich herzhaft lachen, denn nur wenige Witze zünden nicht. Liegt wohl daran, dass sich Brösel bei der Wahl der Szenen quasi die Höhepunkte seiner Comics ausgesucht hat. Diverse Sprüche sind zudem in den deutschen Sprachschatz übergegangen; die gab's zwar schon in den Comics, doch der erst der Film hat sie richtig verbreitet.
Zudem hat „Werner – Beinhart“ noch eine Stärke, welche die mir bekannten beiden Nachfolger (Teil 4 hab ich mir bisher erspart) nicht vorweisen können: Er hat Charme. Trotz aller Blödheit und dem offensichtlichen Mangel an Schauspielkunst bei den meisten Darstellern wissen die Realszenen zu gefallen und die knollennasigen Comicfiguren sind eh so kultig wie eh und je gezeichnet. Dazu noch der herrliche Flachlanddialekt und man sich prächtig, wenn auch nicht wirklich hochgeistig amüsieren.

Abschließend kann man sagen, dass das Konzept von „Werner – Beinhart“ zwar dünn ist, aber die locker verwobenen Episoden sind sehr witziger, flacher Humor. Kann man sich gut drüber amüsieren, wenn auch im Erwachsenenalter nicht mehr ganz so gut wie als Kind.

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