"Jaja heißt: Leck mich am Arsch!"
In den 70er Jahren schuf Rötger Feldmann, besser bekannt unter dem Pseudonym Brösel, eine der populärsten deutschen Comicfiguren. Es dauerte eine Weile bis er sich nach vereinzelten Comicstrip-Veröffentlichungen mehreren Büchern widmen konnte, die in den 80ern ganze Scharen begeisterte.
Produzent Bernd Eichinger ("Der Name der Rose", "Die unendliche Geschichte") entging das Potential nicht und verarbeitet in "Werner - Beinhart!" Handlungsblöcke der Bücher zu einem Mischfilm aus realen und Zeichentricksequenzen.
Wenn man die Zeichentrick-Komödie aufteilt, fallen besonders zwei Dinge auf: Die Realszenen folgen Dank ihrer B-Klasse Darsteller und der stümperhaften Kulissen einem trashigen Pfad und sind bestenfalls Lückenfüller. Die Zeichentrickepisoden dagegen prägen den Film durch ihre irrwitzig komischen, schnell getakteten Gags. Der Humor ist jedoch sicher nicht für jedermann geeignet, denn der unverschämt freche Witz fokusiert Brachial- sowie Fäkalhumor und frivole Leichtigkeit.
Die Handlung um den sich selbst spielenden Zeichner Brösel, der unter einer Schreibblockade leidet und von seinem Auftraggeber ordentlich Druck bekommt, kann man bestenfalls als zweckmäßig betrachten. So wirklich zünden wollen die Realszenen ohnehin nicht, viel zu viel springen sie von einer Peinlichkeit zur nächsten Kuriosität.
Der Kern sind die inhaltlich abgeschlossenen Zeichentricksequenzen um den sympathischen Installateurslehrling mit Vorliebe für Bikes und Bölkstoff sowie der schrulligen Charaktere um ihn herum. Mal unterwegs mit seiner Motorrad-Gang, mal im Krankenhaus, ein Fußballspiel moderierend oder während der Ausbildung; "Werner - Beinhart!" thematisiert viele Aspekte um seine Hauptfigur herum und kann besonders mit seinem Vorzeigetrio, dem Jungspund Werner, Meister Röhrich und dem kauzigen Eckat, am meisten für Schenkelklopfer sorgen.
Die liebevoll gezeichneten Figuren mit den langen Nasen unterliegen einer schlichten Animation. Überhaupt wirken die Zeichnungen eher spartanisch und detailarm bei ihren Hintergründen. Allerdings nicht weniger charmant und sehr selbstironisch in ihrem Umgang mit den nordisch, ländlichen Lokalitäten.
Durch fast schmerzenden Klamauk, leidenschaftliches Rülpsen und derben Fäkalhumor trifft "Werner - Beinhart!" sicher nicht jeden Geschmack. Wer sich aber absolut sinnfrei ohne geistreiche Inhalte unterhalten lassen will, findet in der frechen Zeichentrick-Komödie enorm viel Potential. Dies gilt aber weniger für die Realszenen, die zwar einen sympathisch-trashigen Eindruck hinterlassen, den Film aber kaum weiter bereichern.
7 / 10