Review

Da dürfte es wohl einige Leute geben, die hinter dem Titel eindeutig einen Zombiestreifen vermuten, da eigentlich alles, was auf „…of the Dead“ endet, mit Untoten zu tun hat.
Hier geht es eher um einen besessenen Geist, was von der Originalität her okay ist, aber etwas dröge und oberflächlich abgehandelt wird.

Im Mittelpunkt steht Laura, die vor Jahren ein Baby zur Adoption freigab, welches bei Adoptiveltern jedoch verflucht wurde. Nach dem Tod des Kindes fährt sein Geist in jeden, mit denen Laura in Kontakt kommt und bedroht alsbald auch ihr Leben und das ihrer Freunde.

Ein stimmungsvoller Einstieg kann manchmal schon die halbe Miete sein und so kommt es bereits innerhalb der Eröffnung zu spannenden Momenten, als das zweite Adoptivpaar kurz nach dem Tod des Kindes eingeführt wird, spät abends Geräusche von außen herein dringen, der Alarm mehrfach ausgelöst wird und alles mit der ersten besessenen Person endet, die auf den Ehepartner losgeht.
Im Folgenden ähnelt sich der Ablauf zwar, doch immerhin wird für Abwechslung gesorgt.

Was auch notwendig erscheint, da die Chose viele Dramen-Anteile für sich beansprucht, Laura und ihren Freund Jack Raum für Beziehungsproblematiken einräumt und auch sonst nicht an Nebenfiguren spart.
Dennoch fällt die generelle Figurenzeichnung etwas oberflächlich aus, Lauras Beweggründe des weggegebenen Kindes und der Tod einiger Freunde und Bekannte reicht zwar für leichte Sympathien, doch außer einem dusseligen Deputy kann sich sonst keine Figur hervorheben.

So will denn die Story auch nicht wirklich fesseln, da die Beweggründe dieses übernatürlichen Phänomens eher unlogisch erscheinen, denn warum sollte sich der Geist eines Kindes nicht ausschließlich an denen rächen, die ihm übel mitgespielt haben, anstatt in den Körper eines nahezu unbeteiligten Juristen zu fahren.
Auch die Ursache einer simplen Verfluchung scheint weit hergeholt, nur weil jene Person streng gläubig ist, macht das wenig Sinn.
Zumindest aber können dem Verlauf ein paar annähernd spannende Momente entnommen werden, an sich immer dann, wenn Laura in unmittelbarer Nähe einen frisch Besessenen wahrnimmt, der sich mit verkrümmter Körperhaltung, leisem Brüllen und Speichelfluss ankündigt, - sie muss innerhalb dieser Situationen einige Mal zur Waffe greifen oder die Flucht antreten.

Was dem Fass ein wenig den Boden raus haut ist der Showdown, denn auf solch eine Lösung kann auch eine halbwegs intelligente Hauptfigur nicht kommen, da sie völlig aus der Luft gegriffen scheint und im Kontext wenig Sinn ergibt.
So wirken die letzten Minuten entsprechend grotesk und da das Finale nicht gerade mit erhöhtem Tempo aufwarten kann, lassen einen die letzten Eindrücke mit einem etwas zwiespältigen Gefühl zurück.

Dass die Produktion nicht allzu teuer war, sieht man ihr zwar an und auch die unbekannten Darsteller liefern allenfalls brauchbare Leistungen ab, doch auf handwerklicher Ebene wird solide Arbeit geleistet.
Settings, Schnitt, Kamera und Score vereinen sich in manchen Momenten zu einer gelungenen Mischung, die eine düster-morbide Stimmung zutage fördert, die den ruhigen Grundton der Erzählung treffend untermauert.

Leider wird der Stoff im Gesamtbild recht unspektakulär vermittelt, ruhige Szenen dominieren oft zu sehr, Schockmomente treten arg in den Hintergrund und explizite Gewalt findet gar nicht statt.
Dabei kommt Hauptfigur Laura viel herum, was durchaus Kurzweil aufkommen lässt, doch überrascht wird man am Ende lediglich mit dem verkorksten Finale.

Sicherlich brauchbarer als ein weiterer Zombiefilm auf D-Niveau, doch eine einigermaßen solide Grundidee und ein paar stimmungsvolle Szenen reichen noch nicht für eine deutliche Empfehlung.
Wer diese Richtung zwischen „Die Dämonischen“, „The Father Thing“ und überhaupt Gestaltenwandlerei interessant findet, könnte eventuell einen vorsichtigen Blick riskieren.
4,5 von 10

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