Der Horrorfilm „Tooth & Nail“ ist Teil des After Dark Horrorfests. Bereits zweimal wurde dies in den USA präsentiert und beinhaltet Filme aus den Genres Horror, Mystery und Thriller. Wie auch der gelungene „Borderland“ oder der grottige „Lake Dead“ ist „Tooth & Nail“ ein Film aus dem zweiten Jahr.
Story: Nach einer Ölkrise und immer geringer werdenden Ressourcen steigerte sich die Gewaltbereitschaft der Menschen. Gewalt und Hunger löschten fast die gesamte Menschheit aus. Eine kleine Gruppe von Überlebenden leben in einem verlassenen. Ein eigentlich friedliches Leben, bis die Rovers auftauchen. Eine Gruppe von Kannibalen, welche den Menschen in dem Hospital ans Fleisch wollen. Ein blutiger Kampf ums Überleben entbrennt zwischen den beiden Fronten.
Mit Bildern von leeren Straßen, verlassenden Gebäuden ohne Lärm und ohne Tiere versucht Regisseur Mark Young gleich zu Anfang eine endzeitliche Stimmung und Atmosphäre aufzubauen. Was allerdings nicht gelingen möchte und es vermag einfach nicht die nötige Atmo aufzukommen. Was nicht grad zum gelingen des Streifens beiträgt. Auch abseits davon wirkt der Film nicht besonders gelungen. Es wird ein Klischee ans andere gereiht und die obligatorischen Storywendungen kann man schon gleich am Anfang erahnen. Nicht gerate zuträglich für die Spannung des Films.
Zu überzeugen wissen dagegen die härteren Szenen. Diese sind zahlreich und verteilen sich gut über den kompletten Film, wobei die meisten Szenen zum Ende hin vorkommen. Dabei kommen die Gewaltszenen niemals Selbstzweckhaft rüber oder werden lang ausgespielt, wie es im aktuellen Horrorkino Gang und Gebe ist. Wer aber auf groß angelegte Fressszenen der Kannibalen hofft, wird enttäuscht werden. Bis auf eine kurze Szene am Ende gibt es nichts in die Richtung zu sehen.
Nichts erwarten braucht man bei den Schauspielern. Diese reichen von schlecht bis solide, aber niemals gut. Rider Strong spielt seine Rolle so runter und Rachel Miner macht auch nicht mehr als geil auszusehen. Michael Madsen wird in einer kleinen Rolle verheizt und darf schon recht früh das zeitliche segnen. Dementsprechend lustlos wirkt sein Schauspiel. Nicht viel besser erwischt es Vinnie Jones. Zu wenig Screentime und mehr als psychopatisch gucken tut er auch nicht. Dann wäre da noch Hauptdarstellerin Nicole DuPort, die einer solchen Produktion entsprechend agiert. Amüsant und doch ganz cool ist ihr Auftritt als Kampfamazone, mit angemaltem Gesicht und Bogen am Ende des Filmes.
„Tooth & Nail“ ist ganz sicher keine Offenbarung, wirkt teilweise unausgegoren und träge. Spannungsmomente sind spärlich, aber doch ist der Schocker unterhaltsam. Jedenfalls besser als das, was dem Fan sonst auf DVD hinterher geschmissen wird. Rachel Miner, Vinnie Jones und die knallharten Gewaltszenen retten den Film vor dem totalen Untergang. Durchschnittsware.