Endzeit-Szenarios sind eigentlich das, worauf Drehbuchautoren in Zukunft setzen könnten.
Denn, wie wir aus diesem Streifen lernen, gibt es unzählige Möglichkeiten, warum die letzten Tage der Erde gezählt sind, aber noch mehr Freiraum für das, was post-apokalyptisch kommen mag. Ob Zombies, Kannibalen, Rednecks, Neandertaler oder hoch entwickelte Roboter, - sie alle könnten für die letzten Überlebenden eine potentielle Gefahr darstellen.
Was Autor und Regisseur Mark Young dazu einfiel, ist in Ansätzen nicht schlecht und recht effektiv inszeniert, doch es mangelt ihm am Ende an Logik und Drive im Mittelteil.
2012 geht das Benzin aus, was nach Kettenreaktionen zu Chaos, Anarchie und Barbarei führt.
Die letzten Überlebenden rund um Darwin (Robert Carradine) haben sich in ein verlassenes Krankenhaus zurückgezogen, als sie außerhalb dessen die verletzte Neon (Rachel Miner) aufgabeln und zu sich nehmen. Damit haben sie jedoch die Rover angelockt, fleischrünstige Kannibalen, die fortan das Hospital belagern, um gegen Einbruch der Nacht anzugreifen…
Mit simplen Mitteln wird hier eine Endzeitstimmung geschaffen, die mit wenigen Bildern Atmosphäre aufkommen lässt. Hier und da stehen vereinzelt aufgebrochene Autos herum, dort eine größere Hängebrücke, über allem triste Grautöne und sich einsam bewegende Figuren, vorzugsweise mit dunklem Ledermantel bekleidet.
Die Figurenzeichnungen fallen indes reichlich mager aus, auch wenn die Gruppe der Überlebenden illustre Erscheinungen mit sich bringt. Schade ist bei alledem, dass besonders die markanten Darsteller nur wenige Minuten Screentime haben und Robert Carradine sowie Michael Madsen in der Rolle eines Kannibalen recht schnell von der Bildfläche verschwinden.
Besonders nach der Charaktereinführung wartet man ungeduldig auf einsetzende Action und muss sich mit Bildern lauernder Kannibalen begnügen.
Warum jene dermaßen überspitzt dargestellt werden, will nicht recht einleuchten. Viele von denen tragen Fellkleidung oder Gladiatoren-Outfits, manche kommen über pures Brüllen nicht mehr hinaus und können nur mehr ihre Axt schwingen, - scheinbar macht dauerhafter Verzehr von Menschenfleisch dumm und fördert stattdessen tierische Urinstinkte zutage.
Sobald sie sich jedoch im Krankenhausgebäude aufhalten, kommt gelegentlich Spannung auf, obgleich auch hier nicht nachvollziehbar ist, warum sich die Gruppe angesichts einer deutlichen Übermacht nicht einfach verdünnisiert, wenn es denn schon keinen Plan zur Gegenwehr gibt.
So wird sich versteckt und verschanzt, während die Gruppe reihum dezimiert wird (immer nur ein Opfer, mehr wollen die nicht auf einmal essen, - man könnte die „Nahrung“ jedoch auch in den vorhandenen Kerker sperren…).
Erst im Verlauf kristallisiert sich heraus, wer zum Survivor taugt, und es kommt ein Plot Twist ins Spiel, der weit im Vorfeld erahnbar war.
Glücklicherweise fällt einigen final doch noch etwas ein, wie man sich gegen die Barbaren zur Wehr setzen kann und es kommt zum vermehrten Einsatz verschiedener Waffen.
Die Gewaltszenen sind nicht ausgiebig, sondern kurz und knackig, fallen in ihrer Gesamtheit aber durch gute FX und derbe Ansichten auf, wie beim Zuschlagen der Axt und einer Machete, Säure im Gesicht und einem heraushängendem Augapfel wegen Einsatz von Pfeil und Bogen.
Was den Eindruck deutlich trübt, ist der Mangel an Action und spannenden Konfrontationen. Zu selten prallen Gut und Böse aufeinander und haben dabei Gefechte auszutragen, - die meisten Begegnungen sind nur von kurzer Dauer. Des Weiteren sticht die schwache Ausleuchtung während der nächtlichen Szenen ins Auge, da gestalten sich einige Fights ein wenig unübersichtlich. Zumal die Bedrohung durch die Gruppe der Rover schlicht zu sehr auf Sparflamme abläuft, was man wesentlich dichter auf den Punkt hätte bringen können.
Der Abwechslung ist es ebenfalls nicht dienlich, den Großteil der Handlung im viel zu steril erscheinenden Hospital stattfinden zu lassen, eine Verlagerung nach außerhalb wäre durchaus wünschenswert gewesen, hätte vermutlich aber den Rahmen des Budgets gesprengt.
Was über weite Teile wie eine Mischung aus „Hills Have Eyes“ und „Mad Max“ in der Umgebung von „28 Days Later“ anmutet, bietet zeitweise einen soliden Unterhaltungswert, okay agierende, vielfach bekannte Gesichter und einen netten Showdown mit Coolness-Faktor.
Dennoch bleibt ein deutlicher Eindruck, phasenweise mehr Potential zu vergeuden, als treffsicher auf den Punkt zu bringen.
5,5 von 10