„Tooth and nail – Die letzten Tage der Menschheit“ stellt einen weiteren, mäßigen Beitrag zum Subgenre des Endzeitfilms dar.
Zur Handlung:
Ausgelöst wurde die Apokalypse durch das Versiegen des Erdölvorkommens im Jahre 2012. Durch die daraus entstehende Kettenreaktion bricht die Zivilisation zusammen - Anarchie, Krawalle und Plünderungen bestimmen fortan den Alltag. Innerhalb weniger Jahre wird die Weltbevölkerung auf ein Drittel dezimiert, die Menschheitsreste ballen sich in ihrem Überlebenskampf zu kleineren Gemeinschaften zusammen.
Im postapokalyptischen Philadelphia lesen drei Kundschafter auf einem ihrer Erkündungszüge die Überlebende Neon (Rachel Miner) auf und verbringen diese zum übrigen Teil von Überlebenden, der sich in einem leer stehenden Krankenhausbau verschanzt hat.
Die neunköpfige Gruppe, angeführt von Professor Darwin (!) (Robert Carradine), strebt eine Rückkehr zu zivilisatorischen Strukturen an und nimmt die Fremde in ihre Mitte auf. Neon gibt an, dass ihre gesamte Familie den „Rovers“ zum Opfer gefallen ist, einer wilden Bande, die dem Ernährungsengpass mit Kannibalismus begegnet. Bereits in der kommenden Nacht wird Darwin Opfer eines Anschlages und seine Leiche verschwindet. Ein weiteres Problem ist, dass eine auffällige Zusammenrottung der „Rovers“ in der Umgebung des Krankenhauses zu beobachten ist. Da der Posten des Anführers mit Darwins Ableben nun vakant ist, scheint freilich nichts nahe liegender als den Neuzugang Neon zum Oberhaupt zu küren.
Die neue Anführerin weiß zu berichten, dass die kannibalistischen „Rovers“ pro Nacht nur ein Beutetier zu erlegen pflegen, da „Menschenfleisch schnell fault“. Ihre Anweisung ist daher, dass sich die Gruppe bei den allabendlichen Angriffen separiert und verstreut versteckt hält (ein eindeutiges Todesurteil in jedem Slasher-Film!).
Es kommt, wie es kommen muss und wenn bei Abenddämmerung das Jagdhorn ertönt verschwindet nach dem „Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip“ ein weiteres Gruppenmitglied. Aber irgendwann wird auch mal der Dümmste schlau und Dakota (Nicole Du Port) geht ein Licht auf, woran es wohl liegen könnte, dass die Gruppe in der jüngeren Zeit so heftig von den „Rovers“ attackiert wird.
Die Handlung ist unrealistisch und hanebüchen. Es braucht wohl nicht angedeutet zu werden, dass so ziemlich alles in dem Film klar vorhersehbar ist. Dies liegt unter anderem auch daran, dass Rachel Miner als „Nova“ von Anfang an dermaßen unsympathisch rüberkommt, so dass es kaum Rätselraten um den weiteren Filmverlauf geben kann.
Wirklich bedrohlich wirkt der Film auch nicht. Dies liegt zum einen, dass die Low-Budget-Produktion nicht genügend hergeben kann, um ein glaubhaftes Endzeitszenario zu inszenieren. Ohnehin spielt das ganze fast ausschließlich in dem Krankenhauskomplex. Die „Rovers“ sind zum anderen eine grunzende Horde debiler Wilder, die mehr unfreiwillig komisch, als angsteinflößend wirken (Vinnie Jones darf in seiner Rolle sogar sprechen!).
Die Wende gegen Filmschluss, als Dakota zu einer Rächerin mutiert, um ebenso heimtückisch wie diese mit der Kannibalenbande aufzuräumen, wirkt lustlos und aufgesetzt.
Witzig ist, dass der Erdölkrise als inhaltlicher Überbau des Films tatsächlich aktueller denn je ist. Auch wenn man keine „Wrong-Turn“-Erwartungen haben sollte, gibt es zumindest einige nette blutige Szenen. Zu den Schauspielern gibt es nicht viel anzumerken, "Dawn of the dead"-Veteran Michael Kelly hat nur ein, zwei Kurzauftritte.
Ein Film, der sicherlich niemandem dauerhaft in Erinnerung bleibt.
Dürftiges Apokalypsenkino, es gibt viel besseres, vielleicht aber auch (noch) schlechteres.
Daher: 4/10