A Thinking Womans Sci-Fi
Nach dem Überhit „Forrest Gump“ standen Robert Zemeckis Mitte der 90er alle Wege auf - und er ging den eines philosophischen und hollywooduntypischen Sci-Fi-Denkanstoßes, wenn Jodie Foster einer seltsamen Botschaft aus dem All folgt und der Menschheit einige zeitlose Erkenntnisse schenken könnte…
Wurmlöcher durch Herzen
Ein wenig Nachfolger im Geiste von Spielbergs „Close Encounters of a Third Kind“, ein wenig Vorgänger im Geiste von „Interstellar“. Und definitiv radikale Antithese zu den vielen actionreichen „Alieninvasionsblockbustern“ und „Katastrophenfilmen“ seiner Zeit. „Contact“ ist ein höchst interessanter und introvertierter Sci-Fi-Schmankerl auf den wurmlöchrigen Abzweigungen zwischen Wissenschaft, Glauben und Menschlichkeit. Zemeckis Herz war (trotz Bill Clinton!) noch nicht digital zugekleistert, Jodie Foster spielt echt stark, es gibt einen sensationellen und auch metaphorisch bedeutsamen „Spiegelshot“ bereits im ersten Filmdrittel und der Höhepunkt, „der Kontakt“, bietet eine erstaunliche Mischung aus Technik, Spannung und sich entladenden, universellen Emotionen. Wenn man sie denn lässt. Und somit ist „Contact“ einer der ruhigsten und intelligentesten Filme zum Thema „Kontakt mit Außerirdischen“ aller Zeiten, der noch für etliche Generationen (!) Weisheiten bereithalten wird. Und das in aller Ruhe und doch mit komplettem Nachdruck.
Fazit: Intelligent, ruhig, authentisch. Wenn man's denn richtig auf sich wirken lässt. Jodie Foster ist jederzeit energisch und glaubhaft, Zemeckis wirft seine technischen Spielereien noch nicht übermäßig vor alles, die emotionalen Anker hängen erstaunlich fest. „Contact“ ist ein ganz, ganz besonderer Sci-Fi-Schmankerl der ruhigsten und bodenständigsten Gangart - ohne je in arthousige Gefilde abzudriften!