Review

Bleihaltige Weihnachten

Wenn es um die besten Actionfilme aller Zeiten geht, kommt man um "Stirb Langsam" nicht herum. Außer vielleicht "Terminator 2" reicht ihm keine Bleiorgie das Wasser. In dem vielleicht kurzweiligsten Film, der länger als 2 Stunden geht überhaupt, ist der New Yorker Cop John McClane zur falschen Zeit am falschen Ort. Er ist im Nakatomi Plaza Hochhaus in L.A. als dieses von deutschen Terroristen eingenommen wird. Dabei wollte er eigentlich nur seine entfremdete Frau überraschen, die dort eine Weihnachtsfeier hat... 

Die Action kracht ordentlich, keine Frage. Nicht umso verwursteln unzählige Nachahmer dieses Geiselszenario seit 30 Jahren ("Die Hard" im Zug, im Boot, im Bus...). Doch die eigentliche Stärke des McTiernan-Bretts sind seine Figuren. Hans Gruber ist trotz unfreiwillig komischem Deutsch sehr charismatisch, McClane ist der normalste Actionhero aller Zeiten und sogar die Nebenfiguren tun es einem an. Egal ob Johns Frau, seine Sidekicks in der Tiefgarage oder am Walkie Talkie oder die Truppe der Bösewichte - alle haben das gewisse Extra, mit allen zittert man mit, alle unterhalten pausenlos. 

Keinen Film aus meinem Geburtsjahr habe ich öfter gesehen als John McClanes erstes Abenteuer, kein Film aus '88 hat einen höheren Wiederspielwert. Vor allem jetzt zu Weihnachten. Also Ladies, wenn er mit euch diesen Dezember zum zwölften Mal "Tatsächlich... Liebe" guckt, revanchiert euch und legt für ihn "Stirb Langsam" ein. Außer den Terroristen wird es keiner bereuen. Ho Ho Ho!

Fazit: "Die Hard" ist ein unkaputtbarer Actionklassiker, dem alle Kopien und Fortsetzungen nichts anhaben konnten. Vielleicht der rundeste Actionfilm aller Zeiten. An McClane reicht keiner heran - keine Nazi-Extremisten, keine dummen Reporter und keine überheblichen Behörden. Cooler kann man Xmas nicht feiern!

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