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"Wissen sie, dass ihre Freunde Zeichentrickfiguren sind?"

In den Weiten des Weltraums besitzt Swackhammer einen Vergnügungpark. Die Attraktionen werden den Besuchern jedoch langweilig. Auf der Suche nach neuen, stößt er auf die Looney Tunes auf der Erde. Swackhammer schickt fünf Nerdlucks los, um die Zeichentrickfiguren zu entführen. Bugs Bunny, Daffy Duck und die anderen lassen sich jedoch nicht so schnell unterkriegen und bestehen auf eine Möglichkeit, der Sklaverei zu entgehen. Da die Nerdlucks sehr kleinwüchsig sind, fordern die Looney Tunes ein Basketballspiel um ihre Freiheit zu verteidigen.
In der realen Welt tritt der erfolgreiche Sportler Michael Jordan vom Basketball zurück und widmet sich dem Baseball. Ein Erfolg soll dort ausbleiben, wodurch er von der Presse belustigend propagiert wird. Die Nerdlucks haben mittlerweile ihre Nachteile erkannt und bedienen sich dem Talent von einigen Profispielern im Basketball. Sie saugen es ab und führen es sich selbst zu. Bei den Vorbereitungen fällt den Looney Tunes die nun umgekehre Ungleichheit auf. Bugs Bunny beschließt ebenso für Unterstützung aus der realen Welt zu sorgen und zieht Michael Jordan hinzu.

"Space Jam" ist ein Mischfilm aus Zeichentrick und realen Kulissen sowie Darstellern. Ähnlich wie in "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" und "Elliot, das Schmunzelmonster" befinden sich die Schauspieler vor gezeichneten Hintergründen oder gezeichnete Figuren vor echten Kulissen. Die Trennung der beiden Welten ist hier jedoch eindeutiger, als bei den genannten Filmen.

Die erzählte Geschichte ist ähnlich eindimensional wie die Figuren. Amerikanisch abgedroschen wird hier von Ruhm und Reichtum geträumt und Charakteren in Not geholfen. Das hat selten Hand und Fuß, passt aber zu den integrierten Looney Tunes. In farbenfroher Weise sind diese mit ihre typischen, durchgeknallten Eigenschaften zu sehen und lockern die sehr basketballlastige Handlung auf. Der allzu aufdringliche Fanservice gegenüber Michael Jordan ist ein offensichtlicher Kritikpunkt.

"Space Jam" hat einige gelungene Gags, gerade wenn es um Schadenfreude oder comichafte Übertreibung geht. Hin und wieder driftet der Humor aber auch ins Alberne ab.
Die schmissigen Songs aus den 90ern machen den Film sehr modern. Dies beißt sich zwar mit der Feelgood-Atmosphäre der Cartoons aus den 70ern, betont jedoch das Setting.

Mit Bill Murray ("Ghostbusters"-Reihe, "Und täglich grüßt das Murmeltier") und Wayne Knight ("Jurassic Park", "Basic Instinct") wartet "Space Jam" zumindest in Nebenrollen mit bekannten Gesichtern der Filmbranche auf. Ein kleiner Lichtschein bei den zahlreichen Sportlern, die nicht in der Lage sind glaubwürdig zu schauspielern.

Michael Jordan steht im Mittelpunkt der kunterbunten Komödie mit Teamgeist als Moral. Die auf ihn zugeschnittene Handlung hat nur wenig Tiefgang und keinerlei ausgefeilte Charaktere, stattdessen ein paar erzählerische Längen. "Space Jam" brilliert eher mit dem brachialen Humor der charmanten Looney Tunes. Auch, wenn diese nur die zweite Geige spielen. Die zu Beginn eingebundenen digitalen Bilder sind sehr detailarm, ganz im Gegensatz zu den sonstigen gezeichneten Bildern und Figuren. Die Darsteller sind mäßig. Dank eingängiger Melodien stimmts aber mit der Atmosphäre. Sehr knappe ...

7 / 10

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