Roger Moore rettet England, obwohl er nicht James Bond spielt......
Story:
Das Öl der Nordsee ist eine gute Geldquelle für England. Das erkennt auch Gangster Kramer (Anthony Perkins), der eine der Bohrinseln besetzt und die britische Regierung um 25 Millionen Pfund erpresst. Werden seine Forderungen nicht erfüllt, will er die Bohrinsel sprengen. Terrorexperte Ffolkes (Roger Moore) soll die Katastrophe verhindern. Der kauzige Mann, der nichts für Frauen übrig hat, dafür aber so mehr für Katzen überredet die Premierministerin dazu, das Geld nicht zu zahlen. Statt dessen schmiedet er einen kühnen Plan. Als dieser vereitelt wird, muss er schnell improvisieren. Denn die Zeit bis zum Ablauf des Ultimatums drängt......
Im Grunde wird hier die spätere Stirb Langsam Variante, die Bruce Willis später bekannt machte vorweggenommen. Allerdings liegt bei diesem schon fast nostalgisch anmutendem Hochseethriller das Gewicht mehr auf Charakterzeichnung und Dialogen als auf Action. So plätschert der Film vorhersehbar und ruhig vor sich hin ohne aufregende Wendungen zu nehmen. Solide gemacht, aber eher was für einen ruhigen Sonntagnachmittag. Von einer spannenden Story oder einer außergewöhnlichen Idee kann man jedenfalls nicht reden.
Musik:
Auf Musik wird im Film größtenteils verzichtet. Nur in einigen Actionszenen gibt es ein wenig stimmige Musik. Auffällig ist sie nur am Ende, als der vermeintlich tote Gangster..... Sie passt sich in meinen Augen dem angestaubten Bild mit einem gewissen Charme an. Nichts aufregende gutes, aber auch nicht schlecht.
Atmosphäre:
Cineasten der 90er Jahre werden kaum auf ihre Kosten kommen. Man findet keine übermäßige Spannung oder Adrenalinaction. Für Nostalgiker die diese alten Filme lieben zeigt sich der Film aber als solides Thrillerchen mit gut gespielten Rollen. Besonders ein kauziger Roger Moore ist dabei zu erwähnen. Doch auch andere Hollywoodgrößen wie Anthony Perkins sind in diesem Film vertreten. Ein besseres Drehbuch hätte zwischen beiden bestimmt ein tolles Psychoduell erzeugen können. So bleiben leider nur ein paar Telefongespräche und die finale Konfrontation. Zu kurz kommt in dem Film dank Moore der typische britische Humor natürlich nicht, der dem Zuschauer dem einen oder anderen Schmunzler entlockt. Für den Zuschauer lässt sich der Film als unterhaltsame Nachmittagsunterhaltung mit Familie prima nutzen.
Schauspieler:
Nach seinen ersten Bonds, spielte Moore mal wieder mit eine etwas unscheinbarere und unspektakulärere Rolle. Mit sichtlich Spaß und seinem typischen Humor meistert Roger Moore gewohnt souverän die Lage. Natürlich mit Stil, wie es bei auch bei James Bond üblich ist. Nur Frauen kann er nicht so viel abgewinnen. Vielleicht ein versteckter Gag auf seine Paraderolle. Auf jeden Fall holt Roger Moore einiges aus dem etwas trocken wirkenden Thriller einiges raus.
Anthony Perkins bleibt als Bösewicht leider recht blass. Das liegt aber zumindest zum einem am Drehbuch, da der Film wohl nicht zu bösartig ausfallen sollte und eher in Richtung Familienunterhaltung zielt. Kein vergleich zu seinen intensiven Rollen in der Psychoreihe. Zumindest zum Ende hin, gibt er aber einen ansehbaren wenn auch nicht ganz eiskalten Bösewichten ab.
Fazit:
Solider Hochseethriller, der aber leider nicht au der Mittelklasse herausragt. Für Fans dieser Filme oder Roger Moore Liebhaber ist dieser etwas angestaubte Thriller bestimmt sehenswert. Besonders der britische Humor ist klasse.