Unter anderem aufgrund seiner Beteiligungen an „Drive“ oder „Guyver: Dark Hero“ und einigen Kooperationen mit Genregrößen wie Isaac Florentine („Cold Harvest“, „Undisputed II: Last Man Standing“) genießt das Team Alpha Stunts mittlerweile ganz zurecht seinen guten Ruf im Showbusiness. Wenn es darum geht, akrobatische Actionszenen umzusetzen oder waghalsige Stunts unbeschadet zu überstehen, engagiert man diese waghalsigen Kerle. Ihre Popularität stieg dann aber erst durch ihr langjähriges Tagesgeschäft, den „Power Rangers“.
Mit „Broken Path“ stellt Koichi Sakamoto (Drehbuch & Regie) abseits der erfolgreichen TV-Franchise nach „Wicked Game“ mal wieder einen eigenen Film auf die Beine, der zu gefühlten 85 Prozent aus harten Martial Arts – Fights besteht, einen gehörigen Blutzoll verlangt und seine Story bestenfalls als Vorwand versteht, um der Prügelorgie einen Vorwand zu geben.
Jack (Johnny Yong Bosch, „Wicked Game“) und seine Frau Lisa (Pamela Walworth, „Agenda“) werden auf ihrer abgelegenen Farm von einer Schwadron maskierter Killer angegriffen, die Jack nur zu gut kennt. Er gehörte der Gruppe selbst einmal an, hat gegenüber seiner Frau aber nie ein Wörtchen bezüglich seiner düsteren Altlasten fallen gelassen. Was folgt, ist klar: Nach einer formelhaften Exposition von knapp 15 Minuten gibt es bis zum Abspann in einer Tour nur noch vors Fressbrett.
Der Überfall beginnt im Schlafzimmer, dann verlegt man eine Etage tiefer ins Erdgeschoss, wenig später geht es nach draußen, dann wieder zum nächsten Haus, auf den Dachboden, demoliert dann die gesamte Einrichtung im Untergeschoss und so weiter und so heiter. Die Logik ordnet sich dabei bedingungslos den rasanten Actionszenen unter, denn die Killer lassen Jack und seine Frau auffallend oft aus ausweglosen Lagen entkommen. Doch die Choreographie der Kämpfe ist vom Feinsten und da wirklich alle Beteiligten (u.a. auch Dan Southworth, „U.S. Seals II“, „House of the Dead 2“) was auf dem Kasten haben, damit auf auffällige Doubles verzichtet werden kann, dürfen speziell die Genrefans bedient sein.
Trotz der zwischenzeitlich ziemlich rabiaten Gewaltausbrüche und dem großzügigen Verbrauch von Kunstblut (Jack spuckt über den gesamten Film verteilt bestimmt seine gesamte Körperflüssigkeit aus, blutet darüber hinaus aus mehreren Wunden und ist trotzdem nicht klein zu kriegen), fehlt es „Broken Path“ ein wenig an Abwechslung. Denn so attraktiv das ewige Gekloppe auch aussieht, über die gesamte Laufzeit möchte man doch auch mal etwas anderes sehen. Der Einsatz von Messern, Stöcken und Macheten ordnet sich allerdings prima ein. Koichi Sakamoto vergisst zwischendurch jedoch ein paar Highlights zu setzen und kann dann leider auch im finalen Duell keine Schippe mehr nachlegen. Aber das ist jetzt Gemecker auf hohem Niveau.
Wer sich bei einer 90minütigen Nonstop-Actionorgie wohl fühlt und Kampfmaschine Johnny Bosch dabei zusehen will, wie er ständig in letzter Sekunde das Leben seiner verdatterten Frau rettet, nur um in der nächsten Sekunde wieder gegen die Horde mordlüsterner Killer anzukämpfen, die ihm gehörig zusetzen, wird um „Broken Path“ kaum herum kommen.
Fazit:
Angesichts dessen, dass auf dem B-Actionsektor momentan nicht viel Sehenswertes veröffentlicht wird, darf „Broken Path“ als kleine Genreperle angesehen werden, die sich auf das Wesentliche konzentriert und in seiner knappen Laufzeit von 90 Minuten so viel Martial Arts wie nur irgendwie möglich unterbringt. Story und Logik bleiben auf der Strecke, aber das ist in diesem Fall verzeihlich. Allenfalls der Score sollte noch mal mit ein paar fetzigen Tracks für die Martial Arts – Fights überarbeitet werden, um dem Film noch mehr Drive einzuimpfen. Letztlich erfreulich kurzweiliger Prügelspaß vom Alpha Stunts – Team, das sich hier ohne Rücksicht auf Verluste mal wieder so richtig austoben darf.