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"Aber durch dieses Gerät wäre Krankheit in Zukunft ein Fremdwort. Das Ende der Pharma Industrie."

Mit "The Gene Generation“ verfilmt der im deutschsprachigen Raum noch weitgehend unbekannte Regisseur Pearry Reginald Teo den aus seiner Feder stammenden Comic "DNA Hackers Chronicles“.

In der Zukunft sind nicht nur die Städte übermäßig verschmutzt, auch die DNA der Menschen hat sich immer weiter verunreinigt. Das neue Paradies verspricht die Stadt Demeter zu werden, in der nur ausgewählte Menschen mit reiner DNA Einlass finden sollen.
Michelle (Bai Ling) ist eine Auftragskillerin, die im Auftrag des Staats Jagd auf DNA-Hacker macht, welche gesunde DNA stehlen. Insgeheim erhofft sie sich dadurch höhere Chancen, mit ihrem spielsüchtigen Bruder Jackie (Parry Shen) in Demeter leben zu können. Da Jackie hohe Spielschulden hat und nach einem Streit mit seiner Schwester der Zugang zu ihrem Geld verwehrt bleib, gestattet er sich Zugang zu der Wohnung des Nachbarn Christian (Alec Newman). Er stiehlt ein wertvoll aussehendes Gerät, unwissend, dass es sich dabei um einen DNA-Transcoder handelt, der in der Lage ist Menschen mit minderwertiger genetischer Disposition zu heilen. Oder die gesamte Menschheit auszulöschen.

Teo orientiert sich eindeutig an dem düsteren Szenario von "Blade Runner" und mischt dieses mit Elementen des Cyberpunk. Futuristisch überstylt geben sich durch Neonlichter ausgeleuchtete Umgebungen sowie Figuren, die im wahrsten Sinne haarsträubende Frisuren und eng anliegende Lederklamotten tragen. Somit hätten Story und Optik durchaus Potential, wäre da nicht die zum Ultratrash neigende Aufmachung des Films.

Wie es für eine Independent Produktion üblich ist, kann der Aufwand der Special-Effects nicht mit Hollywoodgrößen konkurrieren. Die weiträumigen Hintergründe stammen alle aus dem Rechner und sind von der Qualität der Animationen äußerst künstlich geraten. Einerseits könnte man behaupten, diese künstlich geratenen Sequenzen unterstützen das trashige Flair des Films. Andererseits geht dadurch die versuchte Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit des Filmes verloren.
Der intendierte Dark Future Look ist zwar immer noch erkennbar, wird aber nicht so treffend transportiert, wie mit weniger eindeutig als Animationen erkennbaren Animationssequenzen. Die lieblos gestalteten Bilder des Sets haben starke einbußen der Atmosphäre zur Folge.
Dass sich B-Movies mittlerweile eine sehr ansehliche, künstlich generierte Kulisse leisten können, sieht man zudem an "Mutant Chronicles".

Die CGI-Lastigkeit macht sich ebenfalls in den rar gesähten Actionszenen breit. Diese sind nicht nur durch erkennbar unechte Blutfontänen künstlich brutal geraten, sondern zudem überaschend kurz. Scheinbar wurde auch hier nicht viel Wert auf detailliert choreographierte Kämpfe gelegt, stattdessen eher auf Vertuschung gesetzt. Durch die wahnsinnig schnell erfolgte Bilderflut in Form von mieß zusammen geschnittenen Einzelsequenzen geht die Übersicht schnell verloren. Anschlusslücken mitten in den Actionszenen sind die Folge. Dies nervt und trägt kaum zur Unterhaltung bei.
Zumindest der effektorientierte, harte Score des Films kann trumpfen und die unansehlichen Actionszenen leicht aufwerten.

Lücken enthält leider auch die überaus konstruierte Handlung. Insbesonders hier fällt das unausgeglichene Drehbuch negativ auf. Während der Zuschauer in den ersten fünf Minuten mit Informationen regelrecht erschlagen wird, gibt es weiterhin kaum noch Erklärungen zu offen gebliebenen Fragen der futuristischen Welt. Dialoge fallen plump aus und die Geschichte entfaltet sich vorhersehbar ohne irgendwelche Überaschungen.
Bezug zu den flach gehaltenen Figuren wird nicht hergestellt. So verwundert es kaum, dass man weder von Michelle noch von irgendeiner anderen Figur irgendwelche Hintergründe geliefert bekommt und Liebesgeschichten mit einem zufälligen Augenkontakt eingeleitet werden.

Teo konnte für seinen Independent-Film einige bekannte Gesichter hinzu ziehen. So wie es aussieht tragen aber weder Faye Dunaway ("Chinatown") noch Alec Newman ("Dune - Der Wüstenplanet") etwas positives zum Film bei. Während der Großteil des Casts ungehemmt ihre Figuren überspielen, fährt Bai Ling ("The Crow") ihr Minenspiel auf Null herunter. Eine wohltuende Geste die sich die ansehliche Darstellerin und gleichzeitiges Highlight des Film hier gönnt. Denn diese stappft in Lara Croft Montur beständig, und dank ihres sexy Outfit anzüglich, durch die Schauplätze und lenkt den männliche Zuschauerteil recht konsequent von eventuellen Spielschwächen ab. Obendrein gibt sie sich keine Blöße die irrsinnig platzierten Auszieh-Gründe unter der Dusche wahr zu nehmen und ihre tellerminengroßen Nippel in die Kamera zu drücken.

Während eingeschworene Cyberpunkfreaks möglicherweise neben der Hauptdarstellerin noch ein paar weitere Gründe finden sich "The Gene Generation“ ins Regal zu stellen, guckt der Rest in die Röhre. Inhaltlich und optisch kann der Film zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Die Actionszenen langweilen statt zu unterhalten und nerven durch Verschleierungsmethodik. Wäre da nicht die unverblümte Präsentation der augenscheinlichen Vorzüge der Hauptdarstellerin, hätte dieses Werk wohl keinerlei Daseinsberechtigung.

2 / 10

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