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Mittlerweile hat sich Peter Thorwarth einen guten Ruf als Regisseur erarbeitet, kein Wunder bei solch großartigen Filmen wie „Bang Boom Bang“ oder aktuell „Goldene Zeiten“. Doch bereits seine frühen Kurzfilme zeugen von enormem Talent und nehmen bereits viel von den Elementen der Kinofilme vorweg.

Hier stimmt einfach alles: Die kleine aber feine Story wird schön verschachtelt erzählt und erhebt darüber hinaus keinen tieferen Anspruch. Vergleichbar mit Quentin Tarantino handelt es sich um exquisite Pulp-Unterhaltung ohne Aussage. Gerade die unbeschwerte Machart mit dem immer stimmenden Timing überzeugt auf ganzer Linie.

Die Charaktere sind skurril und dennoch sehr glaubwürdig, vor allem durch die komplett guten schauspielerischen Leistungen. Ein besonders prominentes Gesicht bekommt der Film durch Willi Thomczyk und Ralf Richter, beide spielen auch in einigen weiteren Thorwarth-Filmen mit und man merkt einfach, dass die Chemie innerhalb der Crew stimmt.

Zur Gewalt: Die ist sehr drastisch in „Mafia Pizza Razzia“ und nichts für schwache Nerven. Die Ironisierung in einigen Szenen und der comichafte Grundton nehmen zwar einiges an Intensität, insgesamt ist der Film aber recht brutal. Auf DVD ist er dementsprechend nur leicht geschnitten zu kriegen. In jeder Beziehung Thorwarths härtester Film.

Neben dem dichten Drehbuch und den originellen Charakteren kann die hochwertige Machart gefallen: Schnitt und Kamera befinden sich auf Kinofilm-Niveau und auch der Unterhaltungswert ist enorm hoch. Man hätte gerne mehr gesehen obwohl es sicher die richtige Entscheidung war die Story aufgrund des Tempos nicht unnötig auszuweiten.

Wer Sinn für schwarzen Humor hat dürfte sich bei so mancher Szene gut amüsieren, es geht mitunter ganz schön deftig zu. Doch niemals verliert der Film seine augenzwinkernde Heiterkeit, welche suggeriert das man alles nicht so ernst nehmen sollte.

Eine flache Komödie soll man allerdings auch nicht erwarten, trotz aller Härte zeigt Thorwarth schon seine subtile Feinsinnigkeit und sein Talent für eine brillante Montage. Die Pointe erinnert übrigens sehr an das Ende von „Bang Boom Bang“, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen.

Fazit: Frischer Kurzfilm, hervorragend inszeniert von einem der zurzeit besten Regisseure in Deutschland. Alle denen „Bang Boom Bang“ gefallen hat wird auch dieser stilistisch sehr ähnliche Kurzfilm sehr zusagen.

8,5 / 10

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