So hat sich Janet (Tiffany Shepis) ihr Schäferstündchen im Wald bestimmt nicht vorgestellt. Erst kommt es beinahe zum Streit, dann unterbricht ein Telefonanruf das Vorspiel, anschließend ruft ihr Lover seine Ex, die damit drohte, seine CD-Sammlung auf den Müll zu kippen, zurück, und als er draußen telefoniert, trennt ihm ein wuchtiger Hieb mit einer Machete die Rübe glatt ab (ein grausig schlechter Spezialeffekt!). Damit nicht genug, nimmt sich der Killer nun Janet zur Brust, die sich zwar tapfer zur Wehr setzt, gegen den kräftigen Mörder aber chancenlos ist. Der donnert ihren Kopf mehrmals wuchtig gegen die Motorhaube, bevor er ihr den Bauch aufschlitzt. Der geplante Camping-Trip fällt für die beiden somit flach, nicht aber für deren Freunde Lisa (Natalie Hart), Charlie (Roger Horn), Beverly (Katie Vaughan) und Kevin (Jamie Reynolds), die auf die glorreiche Idee kommen, der lokalen Legende um die glücklose Familie Krupp auf den Grund zu gehen.
Die ging einst nämlich einen Pakt - den "Blood Oath" - mit einer Waldhexe ein, damit sich ihr Kinderwunsch endlich erfüllt. Tatsächlich gebar Frau Krupp neun Monate später süße Zwillingsmädchen, doch als die Hexe dann erschien, um eines der Babys abzuholen (der Preis für Hexenzauber ist nun mal sehr hoch!), ergriffen die Krupps Hals über Kopf die Flucht. Die rasante Fahrt durch die Nacht endete in einem schrecklichen Unfall. Die Eltern kamen in den Flammen um, eines der Kinder - Amanda - erlitt Verbrennungen im Gesicht und verschwand spurlos, und das andere Baby überlebte unverletzt und wurde später adoptiert. Seit damals soll Amanda (Patrick Holt) im Wald ihr Unwesen treiben und alle, die ihrer Hütte zu nahe kommen, abschlachten. Und wißt ihr was? An dieser düsteren Legende ist mehr dran, als unseren Campern lieb ist!
Für Slasherfans ist Blood Oath ein kleines Schmankerl. Klar, der Streifen ist eine anspruchslose Billigproduktion, die weder mit Originalität, noch mit Spannung, und schon gar nicht mit schauspielerischen Glanzleistungen punkten kann. Aber dieser nahezu unbekannte Backwoods-Slasher hat das Herz am rechten Fleck und liefert im Grunde das, was man sich von einem Film dieser Art erwartet. Eine Handvoll Teenies, die dumme Dinge tun? Check. Ein brutaler, grobschlächtiger Killer? Check. Entblößte Brüste? Check. Blutiges, kreatives Morden? Check. Ein netter Twist? Check. Viel Gekreische? Check. Ein Final Girl, das es mit dem Monstrum aufnimmt? Check. Und als Draufgabe gibt es lockere Anspielungen auf einige Klassiker des Genres, wie z. B. Sleepaway Camp, Happy Birthday to Me oder The Texas Chain Saw Massacre. Außerdem gelingt es Buchert - vor allem in der ersten Hälfte des Filmes - sehr gut, eine gefällige 80er-Jahre-Atmosphäre heraufzubeschwören. In einigen Momenten könnte man glatt denken, der Streifen wäre in der Hochzeit des Genres entstanden.
Blood Oath erfreut den geneigten Fan saftiger Schlitzerware mit einem passablen Bodycount. Die Kills sind brutal und deftig und von Gray Creasy und Adrian Rose ordentlich umgesetzt. Natürlich geht ihnen die Finesse eines Tom Savini zu The Burning- oder The Prowler-Zeiten ab, aber was sie da mit wenig Geld gezaubert haben, kann sich absolut sehen lassen. Man darf sich bloß nicht vom völlig mißratenen ersten Mord abschrecken lassen; keine Ahnung, was da schiefgelaufen ist. Der Rest - u. a. Körperaufschlitzen, Rückgratbrechen, Gesichtzermantschen und Gedärmerausflutschen - macht diesen Totalausfall aber schnell wieder vergessen. Ein schöner Vorspann, ein gelungener Score, eine ungemütliche Stimmung (die heruntergekommene Hütte im Wald ist verdammt creepy), ein paar tolle Schockmomente, eine nette Lagerfeuerszene und die Gastauftritte der B-Movie-Starlets Tiffany Shepis (Wrath of the Crows) und Tina Krause (Psycho Sisters) runden den in Tennessee gedrehten Streifen adäquat ab.
Blood Oath ist ein schönes Beispiel dafür, daß man auch zig Jahre, nachdem das Genre seine Blüte erlebte, all die liebgewonnenen Versatzstücke so ansprechend, g'schmackig und kurzweilig aneinanderreihen kann, daß man knapp achtzig Minuten gut unterhalten wird und am Ende zufrieden auf der Couch sitzt.