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Joel Schumacher hatte es sich seit "Batman Forever" mit den Fans der düsteren Burton-Verfilmungen verscherzt, was ihn nicht davon abhielt, einen vierten Teil auf die wehrlose Gemeinde loszulassen. Da war er nun: "Batman & Robin"! Und es wurde noch schlimmer als erwartet...

Die knallbunte Inszenierung des Vorgängers zu toppen war praktisch unmöglich. Schumacher schaffte es dennoch irgendwie, seinen Film dank ständiger Finsternis, grell beleuchtet von verschiedenstem Neonlicht, zu einer wahren Tortur für die Augen zu machen. Die Optik ist viel zu überzogen kindisch, was eine Comicverfilmung nicht zwangsweise sein muss, Tim Burton hat das eindrucksvoll vorgemacht. Statt sich daran zu halten, präsentiert Schumacher einen Farboverkill, der sich gewaschen hat, wem da die Augen nicht weh tun, dem wird wenigstens der Kopf schmerzen, weil die Schnitte in den Kämpfen so schnell gesetzt sind, dass man wegschauen möchte. Das sollte dem Film wohl eine gewisse Rasanz verleihen, die sich aber niemals auf den Zuschauer überträgt.

Die Spannungskurve bleibt nämlich konstant auf dem Nullpunkt, da die Story inklusive total depperter Einfälle (Beim Showdown: Sonnenstrahlen ablenken!) und flacher Charaktere immer langweiliger wird. Die Figuren sind uninteressant, obwohl man zumindest bei Mr. Freeze versucht hat, ihn als ambivalenten Menschen zu zeigen, der hin- und hergerissen zwischen Trauer und Hoffnung, um seine Frau kämpfend, zum Bösewicht wurde. Ein guter Ansatz, leider wird Herr Freeze wegen seiner blöden Sprüche und Arnies völlig abhanden gekommener Schauspielkunst fast zur Parodie eines Fieslings. Nicht besser Uma Thurmans Poison Ivy, die an gnadenlosem Overacting leidet. Über ihren Gehilfen Bane hüllen wir mal lieber den Mantel des Schweigens, denn so ein dummes Grunzevieh ist einer Batman-Verfilmung nicht würdig.
Auch auf der guten Seite wurde kräftig fehlbesetzt: Clooney ist da, um die Aufmerksamkeit der Zuschauerinnen auf den Film zu ziehen, agiert aber als Held viel zu verkrampft. Chris O' Donnell als Robin und Alicia Silverstone als Batgirl sind von der ersten Minute an unsympathisch, sodass man den kompletten Cast durchaus als Katastrophe bezeichnen darf, Michael Gough als Butler Alfred mal ausgenommen.

Von den Burtons ist das, wie gesagt, Lichtjahre entfernt und schon fast eine Beleidigung der Intelligenz der Zuschauer. Eine absolute Niete, die Schumacher da fabriziert hat, sodass jegliche Vorfreude auf einen möglichen fünften Teil im Keim erstickt wird. Setzen, sechs!

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