Review

“You Robin, I'm Batman,  
You Just A Sidekick,
No Playin' Back Man.
I Ain't Jokin' Around
And Don't Stoppin' Me,
All This Ice Got Me Cold Like Mister Freeze.”

Bow Wow – “Batman”

Joel Schumacher (FALLING DOWN, FLATLINERS) mit seinem zweiten Versuch einer Batman-Adaption. Nach dem von der Presse zerrissenen und nur noch mit Mühe und Not erträglichen Vorgänger BATMAN FOREVER erlebt man hier eine Steigerung und mit BATMAN & ROBIN eine absolute Katastrophe. Und das trotz Staraufgebot. Nach Val Kilmer durfte Mr. Nespresso George Clooney (OCEAN’S ELEVEN, BURN AFTER READING, GRAVITY) als Flattermann für Recht und Ordnung in Gotham City sorgen. Der zum damaligen Zeitpunkt noch am Anfang seiner Karriere stehende Beau markiert den nonchalanten Milliardär souverän. Ein seltener Lichtblick. Arnold Schwarzenegger (TERMINATOR, PREDATOR, TRUE LIES) verkommt als Mr. Freeze zur Witzfigur. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit peinlich-doofen Wortspielereien wie „eiskalt erwischt“, „kalt stellen“ oder „Bleib cool!“ verwandelt er den Kryo-Schurken in einen defekten Kalauerapparat. Uma Thurman (PULP FICTION, KILL BILL) ist als Poison Ivy weder sexy, noch bedrohlich. Ihr Laufbursche Bane ist ein seelenloser, gehirnamputierter Anabolikaberg. Dagegen spielt Tom Hardy in der Nolan-Verfilmung Oscar verdächtig. Batmans Unterstützung – Robin (Chris O’Donnell) und Batgirl (Alicia Silverstone, CLUELESS): unnötig, uninspiriert, unter aller Kanone. Und wird trefflich von Batman selbst kommentiert mit:

„Jetzt weiß ich, warum Superman allein unterwegs ist.“

Die Action ist mies. Der Spannungsbogen hängt durch. Die Story ist Nebensache und dünn wie Uma Thurman. Mr. Freeze braucht Diamanten für seine Gefriermaschine. Er will Gotham in eine Eiswüste verwandeln. Poison Ivy dagegen schwebt ein blühender Dschungel vor. Trotzdem sind die Beiden Partner. Das macht ungefähr so viel Sinn, wie wenn Batman wie Fred Feuerstein einen Brontosaurierschweif hinab slidet. Beides im Film aber enthalten. Ebenso die Bat-Mastercard, Eishockey spielende Bösewichte und Prügelsprüche mit Bud-Spencer-Charakter. Vom Niveau her ist man bei der tuffigen TV-Serie aus den 1960ern angelangt, wobei BATMAN mit Adam West eindeutig mehr als Satire verstanden werden kann als diese affige Karnevalstruppe. Verwandlungsszenen mit Close-ups auf Latexarsch, Latexnippel und Latexschritt. Dazu Cajal und Mascara. Klingt nach der Fetischecke im Beate Uhse. Alles ist übertrieben bunt, schillernd und überzeichnet. Das allein macht leider keine gelungene Comicverfilmung aus. Somit ist BATMAN & ROBIN ein buntes Knallbonbon, aber – und jetzt möchte ich kurz DODGEBALL zitieren – „So nützlich wie ein Lutscher, der nach Scheiße schmeckt“.

Pulp Fiction: (+)(-)(-)(-)(-)
Hasta la Vista, Baby: (+)(-)(-)(-)(-)
Navy CIS: (-)(-)(-)(-)(-)
Dr. Dough Ross: (+)(+)(-)(-)(-)

Fazit:
Big-Budget-Totalausfall. So Bad That It’s Just Batman / Bad, Man.

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