Nur zwei Jahre nach dem dem schon unterwältigenden „Batman Forever“ schob Warner dieses Sequel nach und begrub damit vorerst die Filmreihe um den Flattermann & Co. Diesmal müssen sie Mr. Freeze und Poison Ivy mit Anhang Bane stoppen, die in Gotham City ihr Unwesen treiben.
In das Kostüm des Dunklen Ritters steckte man dieses Mal George Clooney, der sich heute negativ zu der Erfahrung äußert. Er wirkt in der Rolle nicht passend, mit oder ohne Anzug. Neu ist Alicia Silverstone als Nichte von Alfred Pennyworth, was allein in Anbetracht des Altersunterschieds merkwürdig erscheint. Chris O'Donnell ist ebenso wieder als Robin dabei, wie Michael Gough als Alfred, der hier sogar mal mehr Screentime bekommt. Er spielt wie immer sympathisch und ist in der Reihe der vier Filme die auffälligste Konstante.
Auf Schurkenseite haben wohl immerhin Uma Thurman und vor allem Arnold Schwarzenegger (der in den Credits auch als erster genannt wird) ihren Spaß an der Sache gehabt. Passend zum Rest natürlich vollends drüber, Freeze lässt auch kaum eine Gelegenheit aus, irgendeinen mehr oder weniger gelungenen Spruch zur Situation abzulassen. Abseits dessen passt Arnie überhaupt nicht zur Figur und aus Bane hat man einen tumben Schläger gemacht.
Bei manchen Kulissen würde man sich nicht wundern, wenn Adam West und Burt Ward durchlaufen würden. Hat man sich beim Vorgänger mit ein paar Anspielungen auf die Serie aus den 1960er Jahren begnügt, wurde sie hier als Blaupause für das ganze Konstrukt des Films genommen. Das war beabsichtigt, Schumacher sah dies als Hommage an die Kultserie. Das merkt man am Verhalten der Figuren, der eingesetzten Dramaturgie und mancher Kameraeinstellung. Allerdings war die damalige Serie ein Kind ihrer Zeit und ich schätze diese sehr. Aber all dies in eine hochbudgetierte Version aus den 1990er zu übertragen ist vollends in die Bathose gegangen.
Die Sets und Umgebungen an sich wirken sehr künstlich. Alles sieht nach Studio aus, egal, wo es gerade spielt. Schumacher selbst gab an, dass das Studio an einer spielzeuggerechten Filmversion interessiert war. Das sieht man auch, die Anzahl und das Design der eingesetzten Vehikel ist regelrecht absurd.
Ach, es gibt so viel, das hier nicht passt. Da wird immer brav gewartet, bis jemand einen Spruch aufgesagt hat, bis es weitergeht. Die Effekte wirken billig, der Witz ist dysfunktional und manche Dialoge (ist "Batgirl" politisch korrekt?) lassen mit dem Kopf schütteln. Da ist die Bat-Kreditkarte noch ein harmloses Ding. Hinzu kommen Schludrigkeiten, wenn unter Clooneys Maske die Haut sichtbar ist, weil man nicht genug schwarzes Make-up um die Augen gepinselt hat.
Als Film ist „Batman & Robin“ nicht gut, als Batmanfilm schlichtweg eine Katastrophe und nicht einmal als Parodie brauchbar. Ein überlanger Werbeclip für Spielzeug, der das Franchise vorerst verbrannt hatte.