Mit „Bender’s Big Score“ meldet sich „Futurama“ zurück – und nichts haben sich die zahlreichen Fans der Matt-Groening-Serie mehr gewünscht, nachdem der TV-Sender Fox drei Jahre zuvor die Serie überraschend wegen Quotenrückgangs abgesetzt hatte.
So wurden nun also vier Langfilme als Neustart und mögliche Zündung für eine Wiederaufnahme der Serie als solche produziert – und das Experiment ist gelungen.
„Big Score“ dehnt das 23minütige Konzept nun also auf 85 Minuten aus und das gestaltet sich als das größte Risiko, denn schon die „Simpsons“ bewiesen in der großen Kinoform, daß man so ein Format nicht beliebig auf Spielfilmlänge ausdehnen kann, dessen Dynamik an zeitgeschichtlichen und aktuellen Gags und Persiflagen hängt. Längen waren die Folge und die Gagquote nahm notgedrungen eine Auszeit, ohne das alle Charkatere davon hätten profitieren können.
Ein wenig leidet auch der Futurama-Relaunch unter diesem Problem, obwohl die Macher hier noch aus dem Vollen schöpfen konnten. Die ersten Minuten verbringt man dann auch gemütlich mit einer fiesen Breitseite auf die damaligen Absetzer, die zersetzender nicht sein könnte, die gemahlenen Überreste der Verantwortlichen dienen in diesem Film praktisch als Allzweckwaffe vom Bombenentschärfen bis zur Beseitigung von Intimjuckreiz.
Danach entwickelt sich dann langsam aber sicher so eine Art Plot, die zunächst auf Datenschutz und Spam abzielt, aber schließlich den gesamten Planeten Erde in die Hände von Aliennudisten fallen läßt, die sämtliche Kunstschätze (und alles andere) mittels einer Zeitreisevorrichtung von Bender klauen lassen, deren Anleitung seltsamerweise auf Frys Po tätowiert ist.
Daraus generiert man einen schön verwirrenden Plot rund um Zeitreiseduplikate, die sich (wieder einmal) im Jahr 2000 in der kryogenischen Fabrik treffen, in der Fry damals eingefroren wurde und arbeiten sich an offen gebliebenen Handlungssträngen und Nebenfiguren ab, die noch offen lagen.
Wenn „Score“ auch unter der Abwesenheit ganz besonders absurder Gags leidet, so besitzt er aber immerhin genügend Substanz für eine vielschichtige Geschichte, die auch noch eine Lovestory von Leela und dem Kopf-Pleger Lars beinhaltet, die später in die Story auch noch so eingearbeitet wird, das das Ergebnis mehr wie ein genreorientiertes Drama wirkt, denn wie eine abgespacete Parodie.
Natürlich wird mittels Terminator-Bezügen und Star-Wars-Raumschlachten auch auf der Humorseite bis zum letzten Register alles gezogen, dessen man habhaft werden kann, aber bisweilen wirkt das eher wie ein Schaulaufen aller bekannten Lieblingsfiguren (bis zum mörderischen Weihnachtsmann), auf das sich ein Aha- und Hallo-Effekt wieder einstellt.
In der Gesamtheit ist „Bender’s Big Score“ (der Titel ist ein wenig irreführend und bezieht sich eigentlich mehr auf den Schlußgag) ein überaus amüsantes Wiedersehen mit dem kompletten Futurama-Universum, noch dazu technisch einwandfrei animiert und knackebunt, aber eben nicht als die wahnwitzige Show, die man noch wöchentlich in Erinnerung hatte.
Dennoch: kaum ein Wiedersehen ist ohne Makel und dieses hier macht Spaß! (7/10)